Ernährungsplan

  • Von Dr. Volker Zitzmann
  • 06. Januar 2017
  • Letzte Änderung: 06. November 2018
  • 8 Kommentare
  • 2 min Lesezeit

Dieses Wort höre ich ständig. Jeden Tag fragen mich Patienten nach einem Ernährungsplan. Alle wollen immer Ernährungspläne. Wurde den Menschen heutzutage anscheinend so anerzogen. Wird tausendfach von allen möglichen Herstellern und Möchtegernberatern missbraucht um damit Geld zu verdienen. Man brauche einen komplizierten Ernährungsplan um Erfolg zu haben. Am besten noch individuell angepasst, weil ja jeder Mensch anders ist. Jeder ganz andere Gene hat als alle anderen Menschen, die sich seit Millionen Jahren in der Evolution der Umwelt angepasst haben.

Hoffe die Ironie ist hier herausgekommen - unsere Gene sind sich ziemlich ähnlich. Vor allem unter Menschen. Die Stoffwechselgene insbesondere. Da gibt es keine großen Unterschiede zu anderen Lebewesen. Unsere Gene sind zu 99% identisch mit den Schimpansen und zu 50% mit der Hefe. Wir sind nicht so individuell wie wir denken.

Und am liebsten ganz besonders aufwändige und komplizierte Pläne. Um 7.22 Uhr muss man 30g hiervon, 70g davon und 122g sonstwas essen, um 11.17 dann 37,5 g Hokuspokus und so weiter. Die Menschen verlangen das. Weil anscheinend je komplizierter und umständlicher, desto besser.

Höre ich gerade ein Interview vom deutschen Meister im  Bodybuilding. Heute auf der Fibo (Fitnessmesse 2016 in Köln). Also ein Profisportler, der sehr erfolgreich ist. Der sich jeden Tag seit Jahren um seine Ernährung und sein Training kümmert. Der damit sehr weit gekommen ist. Perfekter Körper, kaum Körperfett, viele Muskeln. Medizinisch gesehen die optimale gesundheitliche Konstitution. Dabei optimaler Körperbau und perfektes Aussehen. Topfit. Motiviert. Fröhlich. Erfolgreich. Und wird gefragt wie sein Ernährungsplan aussieht. Darf ich zitieren: „täglich 1,5 Kilogramm Fleisch, 1 Kilogramm Gemüse, viel Wasser und NEM“. Punkt. Basta.

Genial. So einfach kann es sein. In einem Kilo Fleisch und einem Kilo Gemüse ist alles drin, was der Mensch braucht. Alle wichtigen 47 essentiellen Nährstoffe, alle wichtigen Aminosäuren, Vitamine, Mineralien, etc.. Alles was man zum Muskelaufbau und zum Fettverbrennen braucht. Und keine Kohlenhydrate die einen verfetten lassen. Fleisch und Gemüse ist genau das, was der Mensch in den Millionen Jahren in denen seine Gene entstanden sind, zur Verfügung hatte. Da lagen weder ein Brötchen noch Nudeln oder eine Pizza im Wald herum.

Wenn mich demnächst wieder jemand nach einem Ernährungsplan fragt, ist meine Antwort: 1 Kilo Fleisch, 1 Kilo Gemüse. Punkt.

Medizin ist einfach. Gesundheit ist einfach. Ernährung ist einfach. Das Leben ist einfach.

Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

8 Kommentare
  • Simone B. vor 7 Monaten
    Die Empfehlung ist richtig, Gicht /hohe Harnsäure entsteht durch Purin (ein Eiweiß) , dieses ist in hohen Mengen besonders in Fleisch aus Massentierhaltung enthalten. Daher sollte man hier hinzufügen: Fleisch aus artgerechter Haltung ( gibts beim Oft beim Erzeuger, auf entsprechende Schilder an Höfen achten) und Wild ( gibts beim Jäger, Google weiß wo) . Wild enthält fast kein purin. Das habe ich mir nicht angelesen, das ist meine Erfahrung. Bin Diabetiker 2 seit 2003, habe bis Ende 2009 gespritzt. Durch Lowcarb weg vom Insulin, aber viele Werte noch nicht optimal. Vor 3 Jahren dämmerte es mir, dass viele Lebensmittel eigentlich keine sind. Als auf Nahrungssuche gemacht, gute Dealer gefunden, Blutwerte bestens. Leider kann ich diese Mengen nicht vertilgen, also mit hochwertigem Whey ergänzt. Mein Fehler, der zu einer Stagnierung des Gewichts führte, war definitiv zu wenig Eiweiß. Dennoch ohne Kohlenhydrate & viel Fleisch gute Werte und Diabetes im Griff, aber da geht definitiv noch mehr. Für Gemüse gilt im übrigen das Gleiche, frisch und am besten vom Erzeuger. Jeder Tag Lagerung vernichtet Nährstoffe, ggf. auf TK zurück greifen, das wird direkt nach der Ernte verarbeitet & eingefroren. Nicht matschig kochen, kurz andünsten und bissfest auf den Teller.
  • Claudia M. vor 8 Monaten
    Ich bin auch erschrocken über diese Empfehlung! Mein Mann hat Gicht und verzichtet auf solche Fleischmengen. Soweit ich weiß, ist diese Menge an tierischen Produkten nicht "nur" wegen der Harnsäure ungesund. Mal abgesehen davon, was wir unserer Erde damit antun, wenn wir alle so viel Fleisch essen würden. Und auch den armen Tieren, die nur dafür gezüchtet werden (müssten).
  • Lisa-Mariekje G. vor 10 Monaten
    Ich schließe mich an: Zöliakie, Fruktose, Laktose, Sorbit - für Tipps bin ich ebenfalls dankbar =)
  • Rike vor 11 Monaten
    Fruktose und Histamin Intoleranz -- was nun Essen???
  • Sabine A. vor 1 Jahr
    So kann man das nicht stehen lassen...wir sind keine Bodybilder. Da Fleisch auch im Verdacht steht Diabetes zu begünstigen ist diese Art der Ernährung kritisch zu betrachten.
  • Annette vor 1 Jahr
    Und was ist mit der vielen Harnsäure, die bei hohem Felischverzehr entsteht? GEfahr der Gichtanfälle?
  • Margaret A. vor 2 Jahren
    Dann warum richten Ihre Ernährungspläne nicht nach diesen Prinzipien? Dort stehen viel Brot, Brötchen, Milchprodukte und dergleichen ...
  • Svenja Ohler vor 2 Jahren
    perfekt auf den Punkt gebracht😉 gefällt mir!

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