Ketogene Ernährung – Multitalent gegen Übergewicht und viele Krankheiten

  • Von Dr. Volker Zitzmann
  • 21. Oktober 2016
  • Letzte Änderung: 06. November 2018
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Über viele Jahre wurden "low-fat" Diäten zum Abnehmen empfohlen. Leider sind die Erfolge hierbei großteils ausgeblieben. Im Gegenteil sind seit der "low-fat" Bewegung in den 80er Jahren, die Zahl der Übergewichtigen und der Zuckerkranken erheblich gestiegen. Demgegenüber zeigten die "low-carb" Diäten deutlich vorteilhaftere Effekte. Extreme "low-carb" Ernährung mit einem Kohlenhydrat-Anteil unter 50g pro Tag nennt man ketogene Diät. Wenn der Körper keinen Zucker mehr bekommt, stellt er für die Energiebereitstellung des Gehirnes Ketonkörper her, daher der Name ketogene Diät. Dieser ketogenen Ernährungsform werden viele positive „Nebenwirkungen“ nachgesagt. Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts behandelte man durch diese Ernährungsform die Epilepsie erfolgreich. Logisch ist auch, dass gerade der Diabetes mellitus Typ II (Alters-Zuckerkrankheit), welcher durch einen überhöhten Blutzucker und eine Insulinresistenz gekennzeichnet ist, damit erheblich verbessert werden kann. Auch Herz- und Gefäßkrankheiten scheinen durch die ketogene Diät verhindert oder verbessert zu werden. Netter Nebeneffekt der ketogenen Diät: das Cholesterin sinkt, denn Insulin aktiviert die 3-hydroxy-3-methyl-glutaryl-CoA Reduktase=HMG-CoA-Reduktase (Angriffspunkt der Statine = Cholesterinsenker) und erhöht daher die Cholesterinproduktion. Kein Zucker in der Nahrung, weniger Insulin im Blut, weniger Cholesterin. Auch eine Anti-Krebswirkung wird der ketogenen Diät nachgesagt, denn viele Tumorarten brauchen Zucker zum Überleben (Warburg-Hypothese).

Zusammengefasst kann man mit einer ketogenen Diät häufig folgende Krankheiten erfolgreich behandeln, bzw. zumindest verbessern oder verhindern:

-Übergewicht

-Diabetes mellitus Typ 2

-Herz-Kreislauferkrankungen

-Epilepsie

-Akne

-PCO (Syndrom der polyzystischen Ovarien)

-neurologische Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson, Amyotrophe Lateralsklerose)

-Rheuma

Menschen mit Erkrankungen und solche, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten eine Umstellung auf so eine Ernährungsform aber nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen. Gerade Diabetiker können durch ihre Medikamente hierbei schnell unterzuckern und Probleme bekommen. Häufig muss schon vor Beginn einer solchen Ernährung die Diabetes-Medikation reduziert werden.

 

 

Dies ist eine Zusammenfassung der Originalarbeit aus dem „European Journal of Clinical Nutrition“.

Eur J Clin Nutr. 2013 Aug;67(8):789-96. doi: 10.1038/ejcn.2013.116. Epub 2013 Jun 26.Beyond weight loss: a review of the therapeutic uses of very-low-carbohydrate (ketogenic) diets.Paoli A1, Rubini A, Volek JS, Grimaldi KA.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23801097

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Dr. Volker Zitzmann

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