Stoffwechselkur / Leberfasten

Stoffwechselkuren schießen derzeit überall aus dem Boden. Von allen möglichen Herstellern und der Abnehm-Industrie werden diese nun zunehmend angeboten. Häufig mit aufwändigen Seminaren, Lehrveranstaltungen, Broschüren und Anleitungen, sowie teuren Produkten. Warum? Weil es tatsächlich funktioniert. Die meisten, die das anbieten, wissen aber wahrscheinlich selbst nicht mal warum und wie das funktioniert. Und jeder behauptet, nur seine Variante der Stoffwechselkur würde funktionieren. Weil sie die Biochemie dazu gar nicht kennen (und natürlich aus pekuniären Gründen).

Wenn man weiß wie und warum die Stoffwechselkuren/das Leberfasten funktioniert, kann man das auch ganz einfach selbst machen. Ohne Seminar, ohne teuren Anbieter und ohne Hokuspokus.

Warum und wie diese Kuren funktionieren haben wir schon mal geklärt:

#abnehmen-ganz-einfach-aber-nicht-immer-fettleber-insulinresistenz

und

#fettleber-durch-zucker-fruktose

Wenn das Abnehmen nicht klappt, bei vielen anderen Erkrankungen, kann die Fettleber und die Insulinresistenz eine führende Ursache sein. Um die Fettleber und die Insulinresistenz los zu werden, eignen sich daher sogenannte Stoffwechselkuren oder das sogenannte Leberfasten. Warum und wie die Biochemie dazu funktioniert haben wir geklärt. Jetzt die Frage, wie machen?

  1. Die Leber entfettet, wenn wir Fett verbrennen. Das geht nur wenn wir auf Kohlenhydrate verzichten. Denn wie wir gelernt haben, werden Kohlenhydrate in der Leber umgewandelt und als Fett gespeichert.
  2. Damit wir in der Fastenzeit keine wichtigen Muskeln für das Fettverbrennen verlieren und den Stoffwechsel nicht auf Notstand und Hunger herunterfahren, müssen wir reichlich Eiweiß zu uns nehmen.
  3. Die Leberfunktion wird durch Eiweiß verbessert. Die Enzyme in der Leber werden ja schließlich durch Eiweiß aufgebaut. Studien konnten belegen, dass Eiweiß (insbesondere die BCAA´s = verzweigtkettigen Aminosäuren) positiv auf Lebererkrankungen wirken.
  4. Wir brauchen in der Fastenzeit weiterhin alle essentiellen Nährstoffe, insbesondere Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Wenn wir beim Fasten einen Mangel erleiden, dann, ähnlich wie beim Eiweiß, denkt der Körper es ist Notstand und fährt den Stoffwechsel herunter. Auch die Leber und die Muskeln, die unser Fett ja verbrennen sollen, sind auf die essentiellen Nährstoffe angewiesen.
  5. Diese Faktoren zusammen, ergeben die Grundlage des Leberfastens. Alle die Produkte, die es dafür auf dem Markt gibt, machen im Großen und Ganzen dasselbe. Wie wir immer sagen: es gibt keine Wunder, nur Wissenschaft.

 

Durchführung:

14 Tage Leberfasten/Stoffwechselkur: Fasten, aber viel Eiweiß, viel Wasser, Nahrungsergänzungsmittel

14 Tage fasten: komplett auf Kohlenhydrate verzichten. Kein Brot, kein Zucker, keine Kartoffeln, keine Nudeln, etc. Und ganz wichtig: keine Säfte/Fruchtschorlen. Fruktose würde das Ergebnis komplett verhindern. Dafür reichlich: Eiweißshakes, Wasser, Kaffee, Tee.

Milch für den Eiweißshake ist in Ordnung. Auch ist beim Leberfasten gekochtes Gemüse (mit Gewürzen) Mittags und Abends erlaubt.

Hauptbestandteil des Leberfastens: 3 x Täglich, morgens, mittags und abends einen Eiweißshake (mit Milch oder Wasser, wie es einem schmeckt). Als Eiweiß eignet sich am besten ein Whey Protein Isolat. (gibt es überall von fast jedem Hersteller). Sollte mindestens 80 % Eiweiß enthalten. 3 Shakes pro Tag a 30 - 40 Gramm Eiweiß.

Vitamine: Multivitamintablette/-pulver. (insb. B-Vitamine für die Stoffwechselfunktion).

Mineralien: Mineraltablette/-pulver. Calcium, Magnesium, Kalium, (z. B. Neukönigsförder Mineraltabletten, oder andere), Natriumchlorid, bicarbonatreiches Wasser (z. B. Fachinger oder Heppinger Heil-Wasser oder andere mit reichlich Bicarbonat, 3 - 4 Liter pro Tag, + 1 Messerspitze Salz = ca. 1 g pro Liter Wasser).

Kein „Muss“, aber zusätzlich sinnvoll:

Omega 3 (EPA+DHA), 2 - 3 Gramm pro Tag (entzündungshemmend)

Magnesium: 400 mg pro Tag (wichtig für alle Stoffwechselvorgänge)

Carnitin: 1000 mg pro Tag (verbessert die Fettverbrennung)

Vitamin C 1000 mg pro Tag (Immunsystem)

Vitamin D: 2000 IE / Tag oder 20.000 IE als Einmaldosis vorher (Immunsystem)

Zink: 50 mg pro Tag (wichtig für alle Stoffwechselvorgänge)

Phosphatidylserin: 200 mg pro Tag (hemmt Stressreaktion und Cortisolausschüttung - beim Fasten daher hilfreich).

Coenzym Q10: 100 mg pro Tag (wichtiger Muskelenergielieferant)

Tyrosin morgens 1500 mg (Vorstufe von Adrenalin, Schilddrüsenhormon: erhöht die Stoffwechselleistung)

Tryptophan abends 1500 mg (Vorstufe von Serotonin, verbessert den Schlaf, macht fröhlich)

BCAA´s: 2 - 3g pro Tag (wichtige Eiweiße für die Leber)

Zusammenfassung:

14 Tage Leberfasten: 3 Eiweißshakes am Tag. Vitamine, Mineralien und andere NEM. Viel Wasser. (wenn gewünscht, kann Mittags und Abends gekochtes Gemüse + Gewürze gegessen werden).

 

Und sicher gar nicht nötig zu erwähnen: keinen Alkohol. Wir wollen ja schließlich die Leber entfetten.

Achtung: Bei Erkrankungen (z. B. Nieren-/Herzinsuffizienz; insbesondere bei Diabetikern – Unterzuckerungsgefahr) bitte nur unter Anleitung und Aufsicht eines im Fasten erfahrenen Arztes.

Erfolgskontrolle: wer gerne sehen möchte, was das bringt, kann vorher und nachher ein Blutscreening machen lassen. Besonders die Blutfette (HDL, LDL, Triglyceride) und Blutzucker (ggf. HbA1c) messen (kann man auch in vielen Apotheken messen lassen, oder beim Hausarzt). Der Hausarzt wird erstaunt sein. Zusätzlich den Bauchumfang vorher und nachher messen. Der Bauchumfang ist ein Marker für das viszerale Fett (Leberverfettung). Werte gerne dann als Mail zu mir (würde mich sehr freuen eure Erfolge zu sehen).

Und danach? Wer das Ganze dann weiter machen möchte, kann das auch sehr gerne tun. Nach den 2 Wochen sollte man dann aber Gemüse, Fisch, Fleisch, ggf. Milchprodukte und Eier hinzufügen.

Viel Erfolg. Wir freuen uns über Rückmeldungen!

Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

14 Kommentare
  • MONIKA F. vor 3 Tagen
    Hallo Herr Zitzmann Ist es eigentlich sinnvoll, vor Beginn des Fastens eine Darmreinigung durchzuführen? Das kenne ich vom "normalen" Fasten her. Vielleicht können die Bestandteile dann besser aufgenommen werden und es bilden sich weniger Abfallstoffe durch einen gereingten Darm (Klyssie/Magensiumsulfat, etc....). Viele Grüsse Monika
  • Reinhild vor 4 Tagen
    Sehr interessante Geschichte mit super Anleitung und Aufklärung. Macht Lust, es mal auszuprobieren....Vielen Dank
  • Carola R. vor 1 Woche
    Guten Tag, ganz lieben Dank für die Aufklärung zum Thema Leberfasten, inklusive der benötigten Lebensmittel/ Nahrungsergänzungsmittel . TOLL! Ich werde mir eine passende Woche ohne Verabredungen raussuchen, mir die restlichen Nahrungsergänzungsmittel besorgen und dann loslegen. Natürlich werde ich meine Erfahrung hier kundtun. Nun wünsche ich meinen Mitstreiterinnen/Mitstreiter viel Erfolg. Viele Grüße Carola
  • Iris K. vor 1 Monat
    Guten Morgen, Wäre es möglich auch die Antwort der Redaktion auf die Fragen hier aufzunehmen? Alles Liebe IRIS
  • Hallo A.K., nein vom Eiweiß übersäuert der Körper nicht. Eiweiß ist basisch. Und Eiweiß ist sogar ein Puffer, puffert also Säuren ab und verhindert damit sogar Übersäuerung (siehe Artikel: https://pur-life.net/beratung/ernaehrungsratgeber/alles-ueber-eiweiss/halbwissen-ueber-eiweiss)
  • A. K. vor 1 Jahr
    Führt nicht die Bevorzugung von Eiweiß in dieser Menge dazu, dass der Körper übersäuert?
  • Anna B. vor 1 Jahr
    Ich kann die Eiweißshakes überhaupt nicht schlucken schmecken zum weinen was gibts denn keine anderen Alternativen allerdings in essbarer Form shakes mit Eiweiss gerührt oder so was in die Richtung....danke ö
  • Kerstin Bruhne vor 1 Jahr
    Hallo Kann man bei den Eiweißprodukten auch die mit Geschmack sein oder sollte man nur das pure nehmen. Möchte in dieser Woche mit dem Leberfasten beginnen und hoffe es hilft mir auch bei meinen Oberbauchbeschwerden oder wie die Kollegen sagen Schichtarbeitermagen ;-(
  • Mites vor 1 Jahr
    Vielen, vielen Dank für diese gründliche Information. Ich habe es eine Woche konsequent durchgezogen, keine Hungergefühle gehabt, nur manchmal Gelüste, die ich aber gut in den Griff bekommen habe. Danach habe ich mich fit und gesund gefühlt und abgenommen habe ich auch. Meine Bitte wäre, diese Information immer aktuell zu halten, da ich jetzt immer mal wieder Leberfastentage in meinen Alltag einbauen werde.
  • Cornelia vor 2 Jahren
    Ich bin wegen meines Metabolischen Syndroms/Prädiabetes/Insulinresistenz/Fettleber gerne bereit, mindestens 14 Tage Leberfasten zu machen. Ich bin aber wegen der Zufuhr von Molkenprotein verunsichert. Wie Sie selber geschrieben haben, macht Insulin fett. Ich habe eine chronische Hyperinsulinämie. Whey soll insulinogen wirken, über das Inkretinsystem das Insulin erhöhen und Protein soll die Gluconeogenese genese in der Leber anstossen. Wäre es nicht sinnvoll, die Proteinzufuhr maximal bei einem rel. niedrigen Niveau von 0.8 g/kg magere Körpermasse zu belassen und nicht auf 1.5 bis 2.0g zu gehen? Überwiegen die Vorteile von Molkenprotein seine Nachteile bei Hyperinsulinämie? Es gibt unterschiedliche Aussagen dazu, bis dahin, dass es auch ohne Proteinsubstitution nicht zu einem relevanten Muskelabbau und nicht zur massiven Stoffwechselabsenkung kommen soll (Jason Fung - Bücher Obesity Code und Intermittend Fasting). Das entspricht natürlich nicht dem, was bisher dazu vertreten wurde. Ich habe die Bücher von Herrn Worm gelesen, der mit seinem Spezialshake ebenfalls Whey + Mikronährstoffe, Carnitin und Ballaststoffe substituiert. Der Nephrologe Dr. Fung vertritt hingegen die Ansicht, dass Whey-Supplementierung zur Behandlung von Stoffwechselszörungen durch Fasten nicht nötig und nicht zu empfehlen ist, wenn ich ihn richtig verstehe. Möglicherweise war die zitierte positive Wirkung der Hochproteindiät ja nicht so sehr die Folge des vielen Proteins sondern der dadurch natürlich verursachten KH Absenkung? Es geht vermutlich um die Untersuchung aus Potsdam Rehbrücke, die ich auch gelesen habe. Ich weiss aber aus eigener bitterer Erfahrung, dass eine fettarme(kalorisch reduzierte) Diät mit hoher Zufuhr von Milchproteinen und anderen tierischen Proteinen bei mir unüberwindbaren Heisshunger verursacht hat, was zum dadurch evtl. verursachten Hochfahren des Insulins passen würde. Ich frage nur, ob Ihnen neuere Untersuchungen bekannt sind, die zu meinen Überlegungen eine Aussage machen? Ich möchte hier nicht das Thema in der Tiefe diskutieren, dafür ist mein Wissen nicht profund genug, ich suche einfach nach weiteren vertrauenswürdigen Informationen. Für mich geht es um die Frage, ob ich 14 Tage Leberfasten mit Molkeprotein mache (Worm) oder 3x wöchentlich je 36 Stunden intermittierendes Fasten nach Fung ohne zusätzliche Proteine, nur mit Mikronährstoffen. Oder gar 14 Tage komplettes Wasserfasten, nur mit Mikronährstoffen? (Ebenfalls von Fung bei Insulinresistenz empfohlen). Ich würde mich freuen, wenn Sie mir für meine Entscheidung vielleicht noch neuere Untersuchungen zum Thema empfehlen könnten. Denn, wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich grossen Respekt vor dem bösartigen Heisshunger, den verstärkte Wheyzufuhr bei mir meiner Erfahrung nach auslösen kann und nach jahrzehntelangem Kampf mit Übergewicht möchte ich weizere unnötige Frustration vermeiden. Ich bin überzeugt, dass Fasten mir bei meiner Stoffwechselsituation helfen wird, es geht nur um die beste Methode... und die beste Möglichkeit Heisshunger NICHT zu triggern.
  • Sonja vor 2 Jahren
    Ich beginne ab morgen mit dem Leberfasten und bin echt gespannt. Ich bin schon 2 Jahre bei euch und konnte bisher nicht abnehmen. Deshalb bin ich auf die Ergebnisse gespannt. Mache das Leberfasten mit ärztlicher Betreuung.?
  • Nadine W. vor 2 Jahren
    Und danach ... ich habe am Dienstag mit der von euch beschriebenen Leberfastenkur begonnen. Füge ich nach den 14 Tagen tatsächlich nur Gemüse, Fisch, Fleisch hinzu? Wie mache ich das am besten? Dann X Tage nur noch 2 Shakes usw. wann fügt man Kohlenhydrate hinzu und wie viele? Was ist die Mindestmenge? Vor der Leberfastenkur habe ich weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichtet. Was ja auch nicht gut ist auf Dauber. Es wird Zeit endlich mehr richtig zu machen.
  • Gabriela vor 2 Jahren
    ich vertrage diese Eiweißshakes nicht, gibt es da eine Alternative?
  • Bettina vor 2 Jahren
    Hallo Bastian! Ich habe dieses Leberfasten schonmal im Sommer letzten Jahres gemacht, weil ich so schlechte Leberwerte hatte. Es hat meine Leberwerte sehr verbessert. Ich würde es gerne nochmal im Frühjahr 2017 machen um meiner Leber nochmal was Gutes zu tun. Ich hatte aber bei dieser Geschichte 6 kg abgenommen und wiege nun bei einer Körpergrösse von 1,70m 58 kg (58 Jahre). Ich habe die Pfunde auch nicht wieder draufbekommen. Das ist auch nicht schlimm. Aber mehr darf auf keinen Fall runter. Ich habe damals Unmengen von Gemüse gegessen und den Eiweissshake auch immer mit viel Quark gemacht. Was könnte ich denn noch essen um NICHT abzunehmen dabei? Liebe Grüsse Bettina

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