Arginin

  • Von Dr. Volker Zitzmann
  • 23. September 2016
  • Letzte Änderung: 18. Januar 2017
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Arginin – Das „Viagra“ oder die „pump“-Aminosäure. Vorstufe von NO (Stickstoffmonoxid, dem EDRF=endothelial derived relaxing factor), macht Gefäßerweiterung. Verbesserte Durchblutung („Viagra-Wirkung“), Blutdrucksenkung, bessere Muskeldurchblutung; „Pump“-Effekt beim Krafttraining. Muskelaufbau.

Arginin ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich und in den folgenden Nahrungsmitteln enthalten:

Lebensmittel Arginin pro 100g
Kürbiskerne 5353 mg
Erdnuss 2832 mg
Pinienkerne 2413 mg
Walnüsse 2278 mg
Erbsen 2188 mg
Hähnchenbrustfilet 1436 mg
Schweinefleisch 1394 mg
Lachs 1221 mg
Buchweizenkörner 982 mg
Hühnerei 820 mg
Weizen-Vollkornmehl 642 mg
Reis (ungeschält) 602 mg
Mais-Vollkornmehl 345 mg
Kuhmilch 119 mg

 

L-Arginin - Die Multitalent Aminosäure

Von den vielen wichtigen Aminosäuren ist Arginin eines meiner liebsten. Hat wichtige Wirkungen. Und ist leider häufig aufgrund unserer Ernährung und durch Stress im Blut Mangelware. Dabei kann Arginin so viel Gutes tun:

L-Arginin ist die einzige Vorstufe vom NO=Stickstoffmonoxid (auch EDRF=endothelial derived relaxing factor) in unserem Körper. NO erweitert die Gefäße und kann damit den Blutdruck senken sowie die Durchblutung erhöhen. Daher gibt es viele Medikamente, die genau das machen. NO erhöhen. Wie das bekannte Nitrospray. Wichtig zur Blutdrucksenkung und Entlastung des Herzens, gerade in Notfällen. Oder Phosphodiesterase-5-Hemmer (kennt jeder z.B. Viagra), welche die Wirkung vom NO erhöhen. NO muss häufig medikamentös erhöht werden. Wie wäre es, wenn man die Vorstufe, also die Bausubstanz für das NO mit der Nahrung oder mit NEM zu sich nimmt? Dann hat man ganz natürlich mehr NO. So ist es häufig mit Medikamenten. Sie erhöhen künstlich eigentlich natürlich vorkommende Moleküle in unserem Körper die zu wenig vorhanden sind, weil einfach die Bausubstanz fehlt. Und die Bausubstanz unseres Körpers ist immer Nahrung. Aber die richtige eben. Dann braucht man meist gar keine Medikamente.

L-Arginin erhöht die Ausschüttung vom Wachstumshormon (HGH) (wird in der klinischen Medizin als Stimulationstest verwendet um die HGH Ausschüttung zu erhöhen und damit zu messen). Wachstumshormon verbessert den Muskelaufbau und fördert die Fettverbrennung. HGH gilt als DAS Anti-Aging Hormon.

Die beiden oberen Mechanismen vom Arginin sind vielen schon bekannt. Jetzt aber eine ganz neue Studie von Oktober 2016 die dem Arginin noch eine gute Eigenschaft nachweist:

L-Arginin stärkt die T-Zellen und stärkt damit das Immunsystem. Dadurch wird der Schutz vor Krebszellen erhöht (siehe Studie unter Quelle).

 

L-Arginin ist ein echtes Multitalent. Gefäßerweiterung, Durchblutung, Wachstumshormon, Schutz vor Krebs. Eine ganz tolle Aminosäure und ein ganz wichtiger Baustein unseres Körpers. Arginin ist vor allem in Pinienkernen, Erdnüssen, Walnüssen, Fleisch und Fisch vorhanden. Der Tagesbedarf liegt bei ca. 5 Gramm Arginin. Wer das mit der Nahrung nicht schafft: Arginin gibt es auch als Kapseln.

Und nein, auch Argininkapseln sind keine Chemie. Arginin ist Arginin und bleibt Arginin. Arginin ist natürlich. Ob jetzt in der Nuss, in der Kapsel oder im Eiweißpulver. Arginin ein kleines Eiweißmolekül mit viel Wirkung. Nicht umsonst empfehlen wir immer viel Eiweiß zu essen.

 

Quelle:

Cell. 2016 Oct 20;167(3):829-842.e13. doi: 10.1016/j.cell.2016.09.031. Epub 2016 Oct 13.L-Arginine Modulates T Cell Metabolism and Enhances Survival and Anti-tumor Activity.Geiger R1, Rieckmann JC2, Wolf T3, Basso C4, Feng Y5, Fuhrer T6, Kogadeeva M6, Picotti P5, Meissner F2, Mann M2, Zamboni N6, Sallusto F7, Lanzavecchia A8.



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Dr. Volker Zitzmann

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