Vitamin D3

Vitamin D (1,25 Dihydroxycholecalciferol)

Die aktive Form des Vitamin D ist das Vitamin D3 (=1,25 Dihydroxycholecalciferol). Vitamin D wird für die Aufnahme von Calcium aus dem Darm benötigt. 

Entstehung des Vitamin D3:

Vitamin D wird vom Körper selbst hergestellt. Dazu ist jedoch Sonnenlicht erforderlich. Durch die UV-Einstrahlung in der Haut entsteht aus 7-Dehydrocholesterin das Cholecalciferol. Dieses wird in der Leber zu 25-Hydroxycholecalciferol und anschließend in der Niere zum 1,25-Dihydroxycholecalciferol umgewandelt, dem aktiven Vitamin D3. 

Vitamin D ist in der Nahrung nur in geringen Mengen vorhanden, sodass die benötigte Menge von ausreichend Sonneneinstrahlung abhängig ist. Da wir heutzutage viel in geschlossenen Räumen verbringen und dann im Freien auch noch häufig von Kleidung bedeckt sind, ist eine tägliche ausreichende Vitamin D Versorgung häufig nicht gewährleistet. Gerade im Winter oder für dunkelhäutige Menschen besteht ein erhöhter Bedarf. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien, die dem Vitamin D viele positive Effekte zuschreiben.
 

Positive Effekte von Vitamin D:

  • Immer mehr wird Vitamin D als sehr erfolgreiches Mittel zur Prävention von Krebserkrankungen diskutiert. Für einige Krebsarten ist eine Risikoreduktion von über 50% durch einen ausreichenden Vitamin D – Spiegel belegt. Insbesondere für den Dickdarmkrebs ist eindeutig eine präventive Wirkung durch Vitamin D belegt. (5)
  • Prophylaxe und Therapie bei Osteoporose, Verbesserte Knochenfestigkeit, weniger Knochenbrüche (2)
  • Ein Vitamin D-Mangel scheint auch an der Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2 beteiligt zu sein. Somit macht ein Substitution zur Prophylaxe und bei Vorliegen durchaus Sinn (3)
  • Positive Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem, Risikoreduktion von Herzinfarkt, Schlaganfall und allgemeiner Sterblichkeit (6)
  • Günstige Effekte auf das Immunsystem, Immunstimulierung, insbesondere werden positive Effekte bei Autoimmunerkrankungen diskutiert (7).

Um einen Vitamin-D-Mangel zu erkennen, ist es möglich den Vitamin D - Spiegel im Blut zu bestimmen. Hier kann Ihr Arzt erkennen, ob eine zusätzliche Substitution mit Vitamin D - Tabletten notwendig ist.

Wir empfehlen, auch gerade im Winter, so oft wie möglich bei Tageslicht nach draußen zu gehen um somit auf natürliche Weise die körpereigene Vitamin-D-Synthese anzukurbeln. In geringen Mengen ist Vitamin D auch in fettreichem Seefisch vorhanden. Dies deckt sich auch mit unserer Empfehlung mindestens zwei mal pro Woche Seefisch zu verzehren.

Die empfohlene Menge an Vitamin D pro Tag für Kleinkinder beträgt laut der American Academy of Pediatrics (AAP) 400 IE pro Tag.

Das Institute of Medicine (IOM) gibt folgende Empfehlungen für die täglich notwendige Vitamin D Menge:

Für Jugendliche und Erwachsene bis 70 Jahre ist die empfohlene Menge 600 IE pro Tag.

Für Menschen über 70 Jahre beträgt die empfohlene Menge 800 IE pro Tag.

  

Die tägliche Höchstdosis wird für Jugendliche und Erwachsene bei 4000 IE pro Tag angegeben. Darüberhinaus kann es zu einer Überdosierung mit erheblichen Nebenwirkungen oder auch schädlichen Wirkungen kommen. Da Vitamin D ein fettlösliches Vitamin ist, kann es bei zu hoher Dosis auch zu einer Überdosierung kommen. Dies kann zu einer Hypercalcämie und damit zu Symptomen wie Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. Insbesondere wenn bereits Erkrankungen vorliegen, sollten Sie vor einer Vitamin D Substitution mit Ihrem Arzt Rücksprache halten.

Für gesunde Erwachsene scheint eine tägliche Dosierung mit bis zu 1000 IE Vitamin D3 (entspricht 25µg) im sicheren und gesundheitsfördernden Bereich zu liegen.
 

Vitamin D Teil 2

Eines der wichtigsten in Deutschland. Und in Nordeuropa. Das einzige Vitamin, das der Körper auch selbst herstellen kann, aber nur unter UV-Einstrahlung. Also durch Sonnenlicht. Wären Sie Rettungsschwimmer in Südkalifornien, jeden Tag 8 Stunden in der Sonne, dann wäre das Vitamin D keinen einzigen Gedanken wert. Sie hätten genug. Aber wie oft sind Sie in Badehose mit dem ganzen Körper der äquatorialen Mittagssonne ausgesetzt? Höchstwahrscheinlich so selten wie viele andere Mittel- und Nordeuropäer auch. Genau deshalb ist Vitamin D bei Mittel- und Nordeuropäern auch das häufigste Mangelvitamin. Messe ich doch selbst in der Praxis bei ca. 80% meiner Patienten einen zu niedrigen Wert. Vitamin D kennt man vielleicht als wichtiges Substrat für die Aufnahme von Calcium und für den Knochenaufbau. Vitamin D Mangel kann bei Kindern schwere Rachitis und bei Erwachsenen Osteomalazie (Knochenerweichung) verursachen. Alles altbekannt. Was man aber erst in den letzten 10-15 Jahren entdeckt hat ist, dass Vitamin D viele weitere wichtige Funktionen erfüllt, insbesondere was das Immunsystem angeht (1). Haben Sie sich schon mal gefragt, warum die Häufigkeit von Erkrankungen wie Krebs(2) oder multipler Sklerose von Äquatorfern in Richtung Äquator sinkt? Warum die Menschen Richtung Süden fröhlicher sind, weniger depressiv? Oder warum Ihre Psoriasis immer im Sommerurlaub am Meer verschwindet? Und auch sonst viele andere Beschwerden?

Es könnte am Vitamin D liegen.

 

Studien zu Vitamin D:

-Das Krebsrisiko für viele Krebsarten sinkt signifikant. Am besten untersucht für Darmkrebs. Hier wurde im Durchschnitt durch Anheben des Vitamin D Spiegels um 20ng/ml das Krebsrisiko um 43% gesenkt (2)

- Risikoreduktion für Herz-Kreislauferkrankungen, Hypertonie, Diabetes (6,7)

- Statin-induzierte Myalgie (5) wird durch Vitamin D gesenkt

- Multiple Sclerose (8) erhöhtes Risiko durch Vitamin D Mangel

- Psoriasis (9,10), Therapie der Schuppenflechte mit Vitamin D

U.v.m.

 

Eine aktuelle Studie zeigt, dass in Deutschland im Winter ca. 75% der Erwachsenen im Winter einen ausgeprägten Vitamin D-Mangel von <20ng/ml haben. Sollte mindestens >30 ng/ml, besser >40ng/ml sein. Ganzjährig liegen fast 90% unter den empfohlenen 30ng/ml (3). Passt zu dem was ich selbst täglich in der Praxis sehe. Der Vitamin D Mangel wird noch, durch die fast schon fanatische Panikmache vor der Sonne, verstärkt. Hierzu sehr anschaulich die aktuelle Studie von Lindqvist et. al (4), die zeigt, dass Menschen, die die Sonne meiden, verglichen mit denen, die die höchste Sonnenexposition haben, eine verminderte Lebenserwartung von 0,6-2,1 Jahren hatten. Lindqvist et al. schlussfolgern, dass die Vermeidung von Sonnenlicht ein ähnliches Risiko wie das Rauchen darstellt. Also raus ans Tageslicht, oder wenn das nicht geht, dann wenigstens Vitamin D einnehmen. Und wer´s nicht glaubt: einfach mal im Blut messen lassen. Dann weiß man es genau. Wissen ist besser als Glauben.

Übrigens zur Dosis von Vitamin D: die offiziellen Empfehlung von der DGE war vor einigen Jahren noch 200 IE Vitamin D pro Tag. Soviel ist dann auch in den meisten Multivitamintabletten enthalten. Zum Vergleich: in der Badehose ca. 20min der äquatorialen Mittagssonne ausgesetzt entspricht ungefähr 1 MED (miminal erythemal dose), also der UV-Strahlung, die eine leichte Rötung der Haut, 24 Stunden nach dem Sonnenbad auslöst. Das entspricht ungefähr der Bildung von 10.000-25.000 Einheiten Vitamin D (13).

Die Empfehlungen sind heute von vielen Seiten 1000-2000 IE pro Tag. Bis 4000 IE wird als unbedenklich eingestuft. Hat anscheinend auch die DGE was von gehört und die Empfehlung auf 800 IE pro Tag angehoben. Wie immer, langsam und scheibchenweise (Salamitaktik).

Zu den üblichen 200 IE (5µg) Vitamin D in vielen Multivitamintabletten kann man nur sagen: wie süß!

PS: Dass Vitamin D gegen Psoriasis hilft, weiß jeder Betroffene, der schon mal im Sommerurlaub war. Der Zusammenhang wurde schon 1989 in einer wissenschaftlichen Publikation erwähnt (11).

Nahrungsmittel mit Vitamin D pro 100 g
Hering 26,35 mg
Forelle 22 mg
Aal 20,13 mg
Lachs 16,3 mg
Austern 8 mg
Thunfisch 4,54 mg
Schmelzkäse 3,13 mg
Ei 2,93 mg
Hühnerleber 1,3 mg
Gouda 1,25 mg


 

Literaturquellen:

1.        Vitamin D: considerations in the continued development as an agent for cancer prevention and therapy., Trump DL, Deeb KK, Johnson CS., Cancer J. 2010 Jan-Feb;16(1):1-9.

2.        Effectiveness and safety of vitamin D in relation to bone health, Cranney A, Horsley T, O'Donnell S, Weiler H, Puil L, Ooi D, Atkinson S, Ward L, Moher D, Hanley D, Fang M, Yazdi F, Garritty C, Sampson M, Barrowman N, Tsertsvadze A, Mamaladze V. Evid Rep Technol Assess (Full Rep). 2007 Aug;(158):1-235.

3.       Role of vitamin D in the pathogenesis of type 2 diabetes mellitus, Palomer X, González-Clemente JM, Blanco-Vaca F, Mauricio D., Diabetes Obes Metab. 2008 Mar;10(3):185-97

4.        Correcting poor vitamin D status: Do older adults need higher repletion doses of vitamin D(3) than younger adults?, Whiting SJ, Calvo MS., Mol Nutr Food Res. 2010 May 3.

5.        Prevention of colorectal cancer with vitamin D., Rheem DS, Baylink DJ, Olafsson S, Jackson CS, Walter MH., Scand J Gastroenterol.2010 Apr 5

6.        Extraskeletal effects of vitamin D in older adults: cardiovascular disease, mortality, mood, and cognition., Barnard K, Colón-Emeric C., Am J Geriatr Pharmacother. 2010 Feb;8(1):4-33

7.   Vitamin D and the Immune System: New Perspectives on an Old Theme., Hewison M., Endocrinol Metab Clin North Am. 2010 Jun;39(2):365-379

8.        FDA, AAP: http://www.fda.gov/NewsEvents/Newsroom/PressAnnouncements/2010/ucm215150.htm

9.       Empfehlung des IOM (Institute of Medicine) zur Vitamin D Aufnahme 

Teil2:
  1. Proc Nutr Soc. 2012 Feb;71(1):50-61. doi: 10.1017/S0029665111001650. Epub 2011 Aug 18.Vitamin D and immune function: an overview.Hewison M1. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21849106
  2. Aliment Pharmacol Ther. 2009 Jul 1;30(2):113-25. doi: 10.1111/j.1365-2036.2009.04022.x. Epub 2009 Apr 15.Meta-analysis: longitudinal studies of serum vitamin D and colorectal cancer risk.Yin L1, Grandi N, Raum E, Haug U, Arndt V, Brenner H.
  3. Am J Clin Nutr. 2016 Feb 10. pii: ajcn120873. [Epub ahead of print],Vitamin D deficiency in Europe: pandemic?,Cashman KD et al.
  4. J Intern Med. 2016 Mar 16. doi: 10.1111/joim.12496. [Epub ahead of print]Avoidance of sun exposure as a risk factor for major causes of death: a competing risk analysis of the Melanoma in Southern Sweden cohort.Lindqvist PG1, Epstein E2, Nielsen K3, Landin-Olsson M4, Ingvar C5, Olsson H6.
  5. Int J Cardiol. 2015 Jan 15;178:111-6. doi: 10.1016/j.ijcard.2014.10.118. Epub 2014 Oct 22.Analysis of vitamin D levels in patients with and without statin-associated myalgia - a systematic review and meta-analysis of 7 studies with 2420 patients.Michalska-Kasiczak M1, Sahebkar A2, Mikhailidis DP3, Rysz J4, Muntner P5, Toth PP6, Jones SR7, Rizzo M8, Kees Hovingh G9, Farnier M10, Moriarty PM11, Bittner VA12, Lip GY13, Banach M14; Lipid and Blood Pressure Meta-analysis Collaboration (LBPMC) Group.
  6. Curr Opin Endocrinol Diabetes Obes. 2010 Apr;17(2):113-9. doi: 10.1097/MED.0b013e3283372859.The impact of vitamin D deficiency on diabetes and cardiovascular risk.Baz-Hecht M1, Goldfine AB.
  7. Expert Rev Cardiovasc Ther. 2010 Nov;8(11):1599-608. doi: 10.1586/erc.10.142. Role of vitamin D in arterial hypertension.Pilz S1, Tomaschitz A.
  8. J Steroid Biochem Mol Biol. 2015 Nov 17. pii: S0960-0760(15)30136-9. doi: 10.1016/j.jsbmb.2015.11.009. [Epub ahead of print]A low vitamin D status at diagnosis is associated with an early conversion to secondary progressive multiple sclerosis.Muris AH1, Rolf L2, Broen K3, Hupperts R2, Damoiseaux J4, Smolders J5.
  9. J Matern Fetal Neonatal Med. 2011 Oct;24 Suppl 1:7-11. doi: 10.3109/14767058.2011.607559.Vitamin D as a drug.Bagnoli F1, Casucci M, Rossetti A, Nappini S, Cecchi S, Toti S, Franci MB.
  10. J Dermatolog Treat. 2013 Aug;24(4):261-7. doi: 10.3109/09546634.2011.643219. Epub 2012 Jan 21.Oral vitamin D, still a viable treatment option for psoriasis.Kamangar F1, Koo J, Heller M, Lee E, Bhutani T.
  11. Arch Dermatol. 1989 Feb;125(2):231-4.Psoriasis and vitamin D3. A review of our experience. Morimoto S1, Yoshikawa K.
  12. Exp Dermatol. 2004;13 Suppl 4:11-5.Vitamin D and skin: new aspects for dermatology.Lehmann B1, Querings K, Reichrath J.
  13. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3356951/
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

3 Kommentare
  • Sylvia vor 1 Jahr
    Wie wichtig Vitamin D ist habe ich gemerkt, als es mir mein Nepphrologe verschrieben hat und mir dazu geraten hat 1000 i.E noch zusätzlich zu nehmen, die die Kasse nicht zahlt, aber er würde es empfehlen. Obwohl ich viel draussen in der Sonne war, waren meine Werte sehr, sehr gering. Vielleicht auch bedingt durch die Erkrankung. Okay. Seit fast zwei Jahren nehme ich Vitamin D nun täglich. Endlich war die nächste Kontrolluntersuchung dran, aber ich habe vorher schon gespürt, dass es ganz viel verändert hat. Meine "Laune" war vor allem vor der weibl. roten Phase deutlich (und für andere sogar merklich) besser. Meine Blutdruckwerte haben sich so sehr verbessert, dass die Medikamente angepasst worden sind und nun geringer reduziert verabreicht werden. Für mich in vielen merkbaren Punkten schon ein grosser Vorteil und vor Osteoporose habe ich auch dank der gezielten Bewegung keine Angst mehr.
  • Nadine W. vor 2 Jahren
    Sollte man D3 nicht mit der Einnahme von K2 kombinieren? Habe ich das überlesen? Zu K2 finde ich keinen Artikel. Welche Dosierung von K2 Tag sollte man mit Vitamin D3 am Tag kombinieren? z.b. 1.000 I.U./I.E. Und 200 yg K2 ???
  • Mirko H. vor 2 Jahren
    Schön, dass die Empfehlung der DGE auch in diesem Bereich immer mehr angezweifelt wird. Die meisten Richtwerte stammen wohl aus den 50er Jahren! Wer das Buch von Dr. med. Raimund von Helden "Gesund in sieben Tagen - Erfolge mit der VitD Therapie" liest, macht sich über eine mögliche Überdosierung keine Sorgen mehr. Es muss halt richtig gemacht werden. Meist ist eine ca. 1-wöchige hochdosierte Anfangstherapie sinnvoll, danach eine regelmäßige Erhaltungstherapie, die wesentlich niedriger dosiert ist. Eine echte Hypercalcämie mit Werten über 3,00 mmol/l ist bei einer vernünftigen VitD Behandlung kaum zu erwarten. In D ist der Wert bereits mit 2,60 mmol/l. In sonnenreicheren Ländern ist das anders! Mit der Substitution von Magnesiumcitrat, K2 und Vitamin C ist mensch auf der sicheren Seite denke ich Dazu sollte die Calciumaufnahme über tierische Produkte möglichst minimiert werden oder es muss deutlich mehr Magnesium aufgenommen werden. Die molekulare Masse von Calcium zu Magnesium entspricht ungefähr dem Verhältnis 2:1; bei Kuhmilch 1:10, bei Weichkäse schon 30:1 als Spitzenwert.

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