Chronischer Salzmangel

Über die Wichtigkeit der Elektrolyte und vor allem von Salz haben wir schon öfters berichtet. Aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen zeigen die besonderen, negativen medizinischen Auswirkungen eines chronischen Salzmangels. Salzmangel ist die häufigste Elektrolytstörung beim Menschen (2). Gerade wer viel Stress hat, viel arbeitet, ältere Menschen und Sportler, die mit dem Schweiß viel Salz verlieren, sind besonders gefährdet. 
Salzmangel führt zu einer Verlangsamung der Nervenleitgeschwindigkeit. Nervenimpulse werden ja schließlich durch Natrium geleitet. Nervenprobleme, Stressgefühl, Nervenschmerzen oder Taubheitsgefühle können durch Salzmangel verstärkt werden (1). 
Ohne Natrium keine Nervenleitung:

(Herkunft: Link unter Nr. 6)

Salzmangel führt zu vermehrter Osteoporose und einem erhöhten Knochenbruchrisiko (3, 4). Ei, wer hätte das gedacht, dass Mineralien was mit dem Knochen zu tun haben? Schreibt über so einfache Sachverhalte auch die Boulevardpresse mal was? Nein, natürlich nicht. Und hat Ihnen das Ihr Hausarzt schon mal gesagt? Eher selten. Weil der arme Kollege vor lauter wahnwitzigen Regeln und Einschränkungen unseres kranken (-Kassen-) Systems überhaupt keine Zeit hat sich um sowas zu Kümmern oder solche Studien mal zu lesen. Außerdem beinhaltet so eine einfache kostengünstige Maßnahme ja kein Medikament, wo soll da die arme Pharmaindustrie bleiben?

Nervenprobleme, geistige Einschränkung, Sturzneigung und erhöhtes Knochenbruchrisiko (5). Das alles durch Salzmangel. Ein bisschen mehr Salz, die Gedanken werden klarer, die (nervliche) Belastbarkeit nimmt zu, die Knochen werden stabiler und es verschwinden sogar viele Hautfalten (ohne Salz kann der Körper das Wasser nicht halten; trockene Haut=Hautfalten).
Nicht umsonst empfehlen wir, in jeden Liter Wasser 1-2 Gramm (1 Messerspitze) Salz zu geben. Kost fast nix, tut nicht weh und 1-2 Gramm schmeckt man im Liter Wasser noch nicht mal. Einfacher kann man kaum etwas für seine Gesundheit tun.
Chronischer Salzmangel: sehr häufig; schlecht fürs Wohlbefinden und die Gesundheit.
Lösung: 1-2 Gramm Salz in jeden Liter Wasser. Optimale Gesamt-Tagesdosis von Salz: 12 Gramm (Bluthochdruckpatienten sollten die 12 Gramm nicht überschreiten, aber auch nicht unterschreiten. Alle anderen gerne auch mehr, siehe Newsbeitrag Salz und Nochmal Salz und Kalium).


 

 

PS: 1-2 Gramm Salz pro Liter Wasser. Schauen Sie mal auf den Aufdruck von den Wässern die uns als sogenannte Mineralwässer angedreht werden. In diesem Zusammenhang ist das Wort Mineral der reinste Hohn. Zum Teil sind da lächerliche 16 mg, also 0,016 Gramm Natrium enthalten. Ein gutes Mineralwasser (was dann schon gleich Heilwasser heißt) hat immerhin ca. 500mg Natrium, also 0,5 Gramm. Schon fast in Ordnung. 500mg Natrium entsprechen 1,2 Gramm Kochsalz (NaCl). Aber die ganzen großen Wasserhersteller die uns täglich mit ihrer Werbung nerven, als wäre IHR Wasser was ganz Besonderes, verkaufen uns dieses leere, inhaltslose, destillierte nichts enthaltende Wasser tatsächlich als Mineralwasser. Eine Unverschämtheit. Da braucht man sich nicht wundern, warum Natriummangel der häufigste Mangel beim Menschen ist.

 
  1. Eur J Clin Invest. 2016 Apr;46(4):328-33. doi: 10.1111/eci.12597. Epub 2016 Feb 23.Impact of hyponatremia on nerve conduction and muscle strength.Vandergheynst F1, Gombeir Y1, Bellante F2, Perrotta G2, Remiche G2, Mélot C3, Mavroudakis N2, Decaux G1.
  2. Am J Med. 2016 Aug;129(8):823-835.e4. doi: 10.1016/j.amjmed.2016.03.007. Epub 2016 Apr 5.The Economic Burden of Hyponatremia: Systematic Review and Meta-Analysis.Corona G1, Giuliani C2, Parenti G3, Colombo GL4, Sforza A1, Maggi M5, Forti G2, Peri A6.
  3. Nephrol Dial Transplant. 2016 Mar 23. pii: gfw029. [Epub ahead of print]Mild prolonged chronic hyponatremia and risk of hip fracture in the elderly.Ayus JC1, Fuentes NA2, Negri AL3, Moritz ML4, Giunta DH2, Kalantar-Zadeh K5, Nigwekar SU6, Thadhani RI6, Go AS7, De Quiros FG2.
  4. Ugeskr Laeger. 2016 Sep 12;178(37). pii: V03160210.[Hyponatraemia is a risk factor for osteoporosis and bone fracture].[Article in Danish]Amar AO1, Holm JP, Jensen JE.
  5. Z Gerontol Geriatr. 2016 Aug;49(6):477-82. doi: 10.1007/s00391-016-1117-y. Epub 2016 Jul 27.[Electrolyte disturbances in geriatric patients with focus on hyponatremia].[Article in German]Grundmann F1.
  6. Wer genau Verstehen will was Natrium mit der Nervenfunktion zu tun hat, hier eine sehr schöne anschauliche Beschreibung: http://www3.hhu.de/biodidaktik/Claudia/seiten/set1.html
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

10 Kommentare
  • Hallo Marina, ja richtig, einige Menschen mit Bluthochdruck sind "salzempfindlich", heißt bei denen steigt der Blutdruck bei zu viel Salz an. Siehe hierzu auch den Beitrag "Salz" im Ernährungsratgeber: https://pur-life.net/beratung/ernaehrungsratgeber/salz
  • Marina vor 1 Jahr
    Hier möchte ich doch nochmal Nachnamen. Wie schaut es aus mit Salz und Bluthochdruck? Ich habe den genetisch bedingt und höre immer wieder, auch von meinen Ärzten : Vorsicht mit Salz". Ich koche alles frisch und selbst und habe daher in diesen Dingen im Blick was wir so essen.Aber wie ist das mit Wurst und Käse etc? Das wird doch in der Herstellung heftig gesalzen. Oder wer eben viel Fertigkost füttert, versalzt der nicht sein Leben? Bin ganz irritiert.
  • Ja, 135-145 mmol/l ist normal.
  • Charis vor 1 Jahr
    Hallo Volker, sehr interessanter Artikel , danke. Bei meinem Mann wurde kürzlich beim Blutbild ein Natriumwert vom 140 mmol/l festgestellt, das ist in Ordnung, oder? LG Charis
  • Sabrina vor 2 Jahren
    können Migräne anfälle bei kindern (mein Sohn 13) auch mit salz bzw Elektrolyte mangel zu tun haben .?...
  • Renate G. vor 2 Jahren
    Das ist wieder sehr interessant. ?Vielen Dank.?
  • Anja Mohr vor 2 Jahren
    Wow Volker, was für ein engagiert geschriebener Beitrag! Ich finde es sehr gut, wenn jemand seine Meinung überzeugt vertritt! Macht bitte weiter so. ??????
  • Tanja vor 2 Jahren
    Da gebe ich Dir Recht, Ursula. Es gibt immer und überall 2 Meinungen. Ganz schrecklich! Das eine Risiko will man nicht, das andere aber auch nicht. Ich halte es daher "wie immer" - bisher.
  • Ursula H. vor 2 Jahren
    Ich bin auch sehr unsicher, was die täglich Salzaufnahme betrifft. Bisher hieß es doch immer, wir nehmen zuviel Salz zu uns. Es ist alles nicht mehr so einfach?????
  • Sabine E. vor 2 Jahren
    War sehr unsicher in Bezug auf die tägliche Salzzufuhr.Jetzt nicht mehr. DANKE für die Info!

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