Frauen und Männer

Frauen und Männer

Habe ich letztens einen guten Spruch gelesen:

Frauenshampoo: nur für mittelblondes, kurzes, trockenes, rissiges Haar

Männershampoo: 200 in 1: für Haare, Haut, Körper, Auto, Spülen, Küche und Boden

Ist zwar lustig, ist aber in Wirklichkeit so. Warum ist das so? Das ist reine Marketingstrategie. Jeder soll möglichst individuell angesprochen werden. Dabei ist jedes Mal mehr oder weniger das gleiche drin. Verkauft sich aber besser.

Das gleiche sieht man zunehmend bei Vitaminen. Da gibt es Vitamine für die Gelenke, das Immunsystem, für werdende Mütter, für die Haut, für Sportler usw. Da frag ich mich immer, will nicht jeder gesunde Gelenke, ein gutes Immunsystem, körperliche Leistungsfähigkeit usw.?

Wie Sie alle bereits wissen: Vitamine (und andere NEM, ich fasse das mal der Einfachheit halber alles unter Vitamine zusammen) haben viele Funktionen. Zink braucht man für ein gutes Immunsystem, aber auch für den Muskelaufbau, also körperliche Leistungsfähigkeit und für die Haut und Wundheilung (und vieles andere). Sollte der Sportler also nicht auch das Hautvitamin nehmen? Die Folsäure für werdende Mütter: wie Sie bereits wissen, senkt die Folsäure auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Sollten das nicht alle anderen auch nehmen, nicht nur werdende Mütter? Und so weiter. Eigentlich sollte jeder von Allem genug haben. Und die gesamte Gesundheit sollte gefördert werden, nicht nur die Haut oder die Haare.

Am Ende ist in den Produkten überall mehr oder weniger dasselbe drin.  Aber wissen die Hersteller mit ihren sogenannten individualisierten Produkten, was der einzelne wirklich braucht? Wissen Sie selbst, welche Vitamine Sie zu wenig im Blut haben? Ist es Zinkmangel, Folsäuremangel, Vitamin B12 Mangel oder etwas anderes? In den Produkten ist mehr oder weniger immer das gleiche enthalten. Zink mal 5mg, ein anderes mal 10mg oder vielleicht auch 15mg. Hat man aber zum Beispiel einen ausgeprägten Zinkmangel, kann es schon mal sein, dass man über Wochen bis Monate 50 bis 100mg (manchmal auch mehr) täglich zu sich nehmen muss, um den Blutspiegel nach oben zu bringen. Da reicht dann kein Multipräparat aus. Soviel ist in keinem enthalten. Da muss man dann gezielt hochdosiertes Zink lange zuführen um den leeren Speicher wieder aufzufüllen. Und das gilt auch für andere Vitamine.

Die Zukunft der Medizin wird viele Verbesserungen und Krankheiten zum Verschwinden bringen. Irgendwann wird es ein Gerät in der Küche oder im Bad geben, da hält man morgens nur kurz den Finger rein und das Gerät analysiert, welche Vitamine etc. heute gerade zu niedrig sind und sagt einem ganz genau, was man zu sich nehmen sollte. Jeden Tag ganz genau, gezielt auf den Punkt gebracht. Und dann wird es irgendwann vielleicht auch eine intelligente Toilette geben, die beim morgendlichen Wasserlassen direkt den Urin analysiert und daraufhin Empfehlungen für die Nahrungs-, Vitamin-, und Wasseraufnahme an dem Tag gibt. Ich hoffe ich erlebe diese Entwicklung noch. Das wäre spannend. Aber all das kann die Medizin auch heute schon, nur eben viel aufwändiger. Man muss Blut abnehmen, es ins Labor schicken und bekommt eine Woche später die Werte. Leider sehr umständlich und auch sehr teuer. Aber schauen wir mal was die Zukunft so bringt. An alle Ingenieure und Naturwissenschaftler oder werdende: legt los! Die Menschheit wartet auf die analysierende Toilette und die Blutanalyse auf dem Küchentisch!

Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

6 Kommentare
  • Arnold M. vor 3 Wochen
    Herzlichen Dank
  • Thomas vor 2 Jahren
    Ist man für das Thema sensibilisiert, genügt meiner Ansicht nach eine jährliche Blutanalyse zur Orientierung. Die Kosten dafür halte ich im Gegenwert zur gewonnenen Selbstverantwortung auch für zumutbar. Täglich "ausgemessen" zu werden finde ich dagegen weniger erstrebenswert. Im aufmerksamen Umgang mit uns selbst lassen sich natürlich keine genauen Vitamindaten erfassen, doch bekommen wir eine Menge Feedback zu unseren Vitalfunktionen, schärfen unsere Selbstwahrnehmung, vor allem aber lernen wir, dass unser Körper sich langsam an Veränderungen anpasst. Selbst wenn ich also irgendwann tagesgenau wüsste, was mir fehlte, ließe sich dieser Mangel - zumindest nach meinem biologischen Verständnis - bestimmt nicht durch die Zufuhr eines isolierten Vitamins oder Vitalstoffs in gleicher Dosis augenblicklich beheben. Wir sind halt doch ein wenig komplexer konstruiert, als ein Ottomotor. Schließlich wird auch die beste Medizin - so wünschenswert sie sein mag - uns nicht von der Pflicht entbinden, selbst für unser Wohl zu sorgen.
  • Thomas vor 2 Jahren
    Ist man für das Thema sensibilisiert, genügt meiner Ansicht nach eine jährliche Blutanalyse zur Orientierung. Täglich "ausgemessen" zu werden halte ich persönlich für weniger erstrebenswert. Im aufmerksamen Umgang mit uns selbst lassen sich natürlich keine Vitamindaten erfassen, doch bekommen wir eine Menge feedback zu unserer Befindlichkeit, schärfen unsere Selbstwahrnehmung, vor allem aber lernen wir, dass unser Körper sich langsam an Veränderungen anpasst. Selbst wenn ich also irgendwann tagesgenau wüsste, was mir fehlt, ließe sich dieser Mangel - zumindest nach meinem biologischen Verständnis - bestimmt nicht durch durch die Zufuhr eines isolierten Vitamins oder Vitalstoffs in gleicher Dosis augenblicklich beheben. Wir sind halt doch ein wenig komplexer konstruiert, als ein Ottomotor.
  • Nicole vor 2 Jahren
    Das würde ich auch sehr begrüßen. Finde es auch unsinnig sich irgendwas auf blauen Dunst hin einzuschmeißen. Oder von irgendetwas viel zu wenig zu nehmen.
  • Annette vor 2 Jahren
    Das wäre was für mich !!! Bin immer so skeptisch was genau ich wie viel brauche. Hab zwar vor 1/2 Jahr ein komplette Blutanalyse machen lassen, aber das kann ja jetzt schon wieder ganz anders aussehen. Gibt ja Urin-Teststreifen und Blutzuckermessgeräte, aber ich wäre auch gerne für mehr Wissen darüber, was in mir so abläuft und was mir gerade fehlt.
  • Franziska vor 2 Jahren
    So weit ist diese Zukunft gar nicht mehr entfernt. Auf der letzten Sanitärmesse ISH in Frankfurt wurde eine solche (appgesteuerte) Toilette vorgestellt. Heise hat dazu einen interessanten Artikel veröffentlicht.

https://pur-life.net/api

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