Homocystein: Herzinfarkt, Depression, Parkinson, uvm.

Homocystein wirkt neurotoxisch. Ist seit langem bekannt. Vitamin B12, B6 und Folsäure bauen Homocystein ab. Ist das Homocystein im Blut aber durch einen Mangel an diesen Vitaminen erhöht, können gesundheitliche Schäden auftreten. Neurotoxisch vorallem auch bei Schwangeren für den Fetus. Deshalb sollte unbedingt Folsäure vor und in der Schwangerschaft genommen werden, sonst steigt das Risiko für Neuralrohrdefekte und andere Missbildungen beim Fetus.

Ein erhöhtes Homocystein im Blut hemmt die Synthese von Katecholaminen (Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Serotonin) und kann dementsprechend Depression, Leistungsschwäche und Parkinson fördern. Außerdem wirkt Homocystein neurotoxisch auf dopaminerge Neurone und kann somit direkt Parkinson auslösen.

Es lohnt sich also, einfach mal das Homocystein im Blut zu messen und wenn es erhöht ist, einfach B Vitamine zu nehmen. Problem gelöst.

Kommt doch letztens eine Patientin zu mir in die Praxis, kleine Schritte, langsame Bewegungen, leise undeutliche und kaum verständliche Stimme und fragt was sie machen kann, dass sie wieder besser laufen kann. Sie schaffe höchstens 5 Meter in 1 Minute, kleine langsame Schritte. Seit 8 Jahren sei bei ihr ein Morbus Parkinson bekannt. Insgesamt sehr ausgeprägter Morbus Parkinson. Wird zwar bisher mit Medikamenten behandelt, aber trotzdem diese schwere Symptomatik. Kann kaum Gehen, kaum Sprechen, also eine extrem eingeschränkte Lebensqualität. Alle Gelenke sind bei ihr in Ordnung, keine Schmerzen, frage ich mich kurz was sie beim Orthopäden will. Aber sie wollte einfach Hilfe. Also was mache ich? Molekularmedizin. Kontrolliere das Blut. Und was finden wir: Homocystein astronomisch erhöht, 29.5 mcmol/l. Normal ist unter 10 mcmol/l. Besser unter 8, je niedriger desto besser. Haben wir ja eben gelernt, Homocystein ist schlecht. Viele Patienten mit Folsäure oder B12 Mangel haben 12-16mcmol/l. Fragt man sich doch, wieso hat das nach 8 Jahren schwerer Krankheit noch keiner bei dieser Patientin kontrolliert. Ach ja, und das Vitamin B12 war selbstverständlich massiv erniedrigt. Das Blut dieser Patientin muss seit Jahren kein Molekül Vitamin B12 mehr zu Gesicht bekommen haben. Abhilfe ist so einfach. Vitamingabe. Ob es nach 8 Jahren Krankheit und Nervenzelluntergang noch hilft weiß keiner, aber versuchen sollte man es. Man würde ja auch sonst niemanden unnötig mit einem Gift im Blut herumlaufen lassen. Der Körper baut das Gift ab, aber kann das eben nur, wenn er dazu die B Vitamine hat.

Warum das nicht kontrolliert wurde, kann ich nur vermuten. Die Therapie ist so trivial. Vitamine werden in der (Schul-)Medizin gerne unter den Tisch gekehrt. Warum? Vielleicht, weil Vitamine keine patentierten Pharmaka sind? Nur eine leise Vermutung. Werden halt gerne totgeschwiegen. Die einzigen, die sich darum kümmern: Molekularmediziner.

Darf ich noch eine kleine Anekdote zum Homocystein loswerden? Geht mein Vater zu seinem Kardiologen. Mein Vater, nachdem er trotz sehr gesundem Lebensstil, täglich Sport und eher Unter- als Übergewicht, 4 Bypässe erhalten hat. Da fragt er seinen Kardiologen, einen Herzspezialisten, dessen Hauptaufgabe im Leben vorallem die Arteriosklerose ist, nachdem dieser den erhöhten Homocystein Wert meines Vaters ignorierte, was es damit auf sich hätte. Daraufhin der Kardiologe:“ Homocystein?! Das lieber Herr Zitzmann hat für Sie nichts zu bedeuten.“ Punkt. Ende. Nichts zu bedeuten. Schwere Medikamente mit Nebenwirkungen (ACE-Hemmer, Betablocker, Cholesterinsenker/Statine) hat mein Vater aber in rauen Mengen ohne zu Zögern von ihm verschrieben bekommen.

Es gibt inzwischen viele Studien, die belegen, dass ein erhöhter Homocysteinspiegel ein unabhängier Risikofaktor für Arteriosklerose und Herzinfarkt ist.

Alleine die Gabe von Folsäure (median 696mcg pro Tag) konnte in der Nurses Health Study das Risiko für eine koronare Herzkrankheit um 31% senken (Rimm et al 1998, JAMA). In einer Studie bei finnische Männern sogar um 55% (The Kuopio Ischemic Heart Disease Risk Factor Study).

Die Studien kannte der Kardiologe von meinem Vater wohl nicht, wie viele andere auch. Der Kommentar zu meinem Vater auf die Frage nach der protektiven Vitamin D Wirkung gegen Arteriosklerose: „Dieses Internet-Laienwissen, alles Quatsch“. Es gibt doch inzwischen hunderte Studien, die die positiven Wirkungen von Vitamin D belegen.

Extrem erhöhtes Homocystein gibt es auch bei einer genetischen Erkrankung, der Homocystinurie. Mit Herzinfarkt und Schlaganfall bereits bei sehr jungen Menschen unter 30 Jahren. Osteoporose, Knorpel- und Sehnenschäden, uvm. Wer wissen will, was die Krankheit noch alles verursacht, kann dazu im Internet auf den üblichen Medizinseiten hinreichend Informationen finden. Das würde hier zu weit führen. Aber man sieht was Homocystein anrichten kann.

Zuletzt noch eine aktuelle Meta-Analyse von 2016 zur Vitamin B Gabe:

Eine aktuelle ausführliche Meta-Analyse konnte zeigen, dass alleine durch Vitamin B Supplementation das Schlaganfallrisiko um 29%!!!! gesenkt werden konnte.

Zum Vergleich: die allseits von der Medizinindustrie geliebten und häufig verschriebenen Statine (Cholesterinsenker) senken das Mortalitätsrisiko um 14%, das Schlaganfallrisiko um 22% (Cochrane 2013). Mit massiven Nebenwirkungen. Muskelschmerzen, Leberschäden, und vor allem Milliardenumsätze für die Industrie.

Also, fassen wir zusammen: 

Homocystein ist sehr schädlich für die Gesundheit.

B-Vitamine (insb. B6, Folsäure, B12) senken das Homocystein wieder auf Normalniveau und das Homocystein-Problem ist behoben.

PS: Wenn Sie jetzt zu Ihrem Arzt laufen und lassen die Blutwerte bestimmen, kann es passieren, dass Ihr Arzt sagt: „Homocystein zwar erhöht, Vitamin B12 und Folsäure aber normal. Kann man nichts machen.“ Falsch! Die deutschen Labor geben für Vitamin B12 einen Normwert der deutschen Durchschnittsbevölkerung an: 197-771 ng/l. Unter 400 ist aber schon sehr häufig zu wenig. Das Homocystein sinkt zunehmend bis zu einem Vitamin B12 Wert von 2000 ng/l. Wenn das Homocystein erhöht ist, dann ist definitiv das Vitamin B12 oder die Folsäure zu niedrig. B12 sollte bis 2000 angehoben werden. Und dann kann es noch sein, dass man einen Gendefekt hat und deshalb die normale Folsäure nicht optimal verwerten kann. Man muss dann 5-Methyltetrahydrofolsäure zuführen. Dann sinkt auch das Homocystein. Also erst zufrieden geben, wenn der Homocystein Wert unter 10 ist.

So einfach kann man sein Herzinfarkt-/Schlaganfall-Risiko, Depressionsrisiko und Parkinsonrisiko senken. Alles unschöne Erkrankungen, die man nicht haben will.

Int J Stroke. 2016 Feb;11(2):206-11. doi: 10.1177/1747493015616512.Effect of B-vitamins on stroke risk among individuals with vascular disease who are not on antiplatelets: A meta-analysis. Park JH1, Saposnik G2, Ovbiagele B3, Markovic D4, Towfighi A5.http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26783312

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JAMA. 1998 Feb 4;279(5):359-64.Folate and vitamin B6 from diet and supplements in relation to risk of coronary heart disease among women.Rimm EB1, Willett WC, Hu FB, Sampson L, Colditz GA, Manson JE, Hennekens C, Stampfer MJ.http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9459468

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Cochrane Database Syst Rev. 2013 Jan 31;1:CD004816. doi: 10.1002/14651858.CD004816.pub5.

Statins for the primary prevention of cardiovascular disease. Taylor F1, Huffman MD, Macedo AF, Moore TH, Burke M, Davey Smith
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

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