Infektionen

Ein beliebtes Thema von der Tages- und Boulevard-Presse. “Infektionen nehmen immer mehr zu“, „Krankenhauskeime auf dem Vormarsch“, „Grippe-Epidemien unermesslichen Ausmaßes“ usw. Dann wird immer geraten, wir brauchen mehr Hygiene. Die Keime durch fanatisches Putzen und Wischen vernichten. Hygiene wird heutzutage immer nur auf Keimabtötung reduziert. Aber Keime sind immer und überall. Auf jeder Tischplatte, auf jedem Boden, auf der Straße, an jeder Türklinke, auf Ihrer Haut und zum Glück auch in jedem Darm. Ohne unsere lieben Keime würden wir sterben. Um Infektionskrankheiten zu verhindern, reicht noch so viel putzen, waschen und wischen nicht aus. Warum bekommen die einen immer eine Grippe, die anderen nie? Warum laufen manche ständig im Winter verschnupft und hüstelnd durch die Gegend, die anderen nie? Und nein, es liegt definitiv nicht daran, dass die Gesunden geschickter um alle Keime herumlaufen können. Ein großer Risikofaktor für Infektionen ist die Abwehrlage des Einzelnen. Die Gesunden haben eben ein besseres Immunsystem. Einer der größten Errungenschaften der Krankheitsprävention sind die Impfungen. Durch die Immunisierungen konnten schlimme tödliche Krankheiten wie z.B. die Pocken ausgerottet werden. Was machen Impfungen? Sie optimieren das Immunsystem. Stärkung des Immunsystems ist der Schlüssel. Ein gutes Immunsystem heißt kein Schnupfen, heißt keine Grippe, heißt nicht bei jedem "angehustet werden" schon wieder gleich krank zu werden. Wie bekommt man ein gutes Immunsystem? Meine Leser hier wissen das schon längst. Bewegung, gesunde Ernährung, gesund Leben. Essentielle Aminosäuren (ausreichend Eiweiß), Vitamine und Mineralien, wenig Zucker. Vor allem Vitamin C, Vitamin D, Zink, Omega 3, Glutamin, und all die anderen Nährstoffe, die so oft und gerne vergessen werden. Und wenn es vergessen wird, dann ist das Immunsystem eben nicht fit. Und dann kommt es beim "angehustet werden" eben schneller zum Infekt. Nicht viel anders in Krankenhäusern. Es bekommen die Patienten häufiger Infekte, deren Abwehrlage schlecht ist. Hauptrisikofaktor für Infektionen ist der Diabetes. Da ist er. Unser ach so geliebter Zucker. Diabetiker, Übergewichtige, Multimorbide. Und eben die, die keinen Sport machen, die lieber Zucker als Eiweiß essen und seit Jahren kein einziges Vitamin mehr gesehen haben. Die meisten Krankenhausinfektionen kommen von den Keimen, die der Patient selbst auf seiner eigenen Haut mitbringt. Nein, Krankenhäuser sind nicht schmutzig. Da wird ständig gewischt, desinfiziert, Hygienepläne erstellt, Hygienebeauftragte bestellt, massig Bürokratie. Aber hilft es? Nein, natürlich nicht (zumindest zu wenig). Denn in diesen ganzen Plänen denkt keiner mal an den, den es trifft. Den Patienten. Es nützt ihm nun mal nichts, wenn um ihn herum alles steril ist, aber das eigene Immunsystem nicht einmal den ganz normalen eigenen Hautoberflächenbewohner abwehren kann, den der Patient immer mit sich herumträgt. Und der immer auf der Haut sitzt. Kein Mensch ist steril, denn dann wäre er tot. Jetzt fragen sicher viele, aber was ist mit MRSA? Mulitresistenter Staphylokokkus aureus und anderen multiresistenten Keimen. Kommt der nicht vom zu wenig putzen? Von schmutzigen Türklinken?  Ganz sicher nicht. Die Ursache sind zu viele Antibiotikatherapien. Wegen jedem Schnupfen. Weil viele Menschen eben kein normales Immunsystem mehr haben, um sich gegen eine Erkältung zu wehren, gegen eigentlich harmlose Bakterien. Da gibt es dann sofort ein Antibiotikum. Und vor allem die Massentierhaltung. Unendliche Mengen an Antibiotikatherapien für Tiere, deren Immunsystem durch katastrophale Haltung und falsche Ernährung massiv beeinträchtigt ist. Kein Tageslicht, dunkle enge Räume, billige schlechte (Zucker-Mais-) Ernährung. Keine Vitamine. Folge für die armen Tiere: ganz schwaches Immunsystem. Und dann? Dann eben wieder ein Antibiotikum gegen die logisch folgenden Infekte. Zu hoher Antibiotikaeinsatz verstärkt die Selektion von resistenten Keimen. Hätten also die armen Tiere durch artgerechte Haltung ein normales Immunsystem und genauso die Menschen durch artgerechte Haltung (Bewegung, korrekte Ernährung), dann gäbe es das ganze Problem gar nicht.

Kommt ihnen die Beschreibung der Massentierhaltung bekannt vor?  Falsche Haltung gibt es leider auch bei Menschen. Kleine, enge, dunkle Räume ohne Bewegungsfreiheit (Büros oder Autos genannt), kein Tageslicht, kein Vitamin D. Durch die Nahrungsmittelindustrie und Massenproduktion eben keine Vitamine mehr in der Nahrung. Folgen: Depression, schlechtes Immunsystem, schlechte Abwehrlage. Ergo: mehr Antibiotikaverbrauch. In den Großstädten und in der heutigen Zeit überhaupt sind wir Menschen häufig von einer für uns artgerechten Haltung weit entfernt. Das ist schlechte Hygiene.

Massentierhaltung, zu häufige Antibiotikatherapien und schlechte Abwehrlage des Patienten, ein zu schwaches Immunsystem, sind die wahren Ursachen. Und da nützt noch so viel putzen, schrubben und der hunderttausendste Hygieneplan und millionen Papiere von Bürokratie über das Putzverhalten in Krankenhäusern nichts. Und der hundertste Hetzartikel in der Zeitung über angebliche Hygienemängel in Krankenhäusern genauso wenig. Der eben nur Panik machen will, weil es sich nun mal leider gut verkauft.

Passend dazu ein aktueller Bericht im Deutschen Ärzteblatt. Durch äußere Hygienemaßnahmen kann das Infektionsrisiko auf RR 0,99 gesenkt werden. Also 1%. RR =relatives Risiko, kennen Sie schon. Erwähne ich immer in Studien. Z.B. Risikoreduktion der Sterblichkeit durch Sport. RR 0,46. Also 54% Risikoreduktion. Und 1% durch externe Hygienemaßnahmen (und 1 % ist nicht statistisch signifikant, Effekt also null). Ist ja auch logisch. Haben wir gerade geklärt warum. Man sollte Hygiene eben wieder im eigentlichen Sinne des Wortes leben: Nämlich „der Gesundheit dienende Kunst“. Und deswegen bedeutet echte Hygiene, das was wir bei Pur-Life machen. Gesund leben, Bewegung, Ernährung, Regeneration. Stärkung des Immunsystems. Das ist echte Hygiene für Körper und Geist. Eben artgerechte Haltung. Davon wird man gesund. Ganz sicher nicht vom hundertsten Male über den Tisch wischen. Hygiene steht eben nicht (nur) für Keimabtötung. Hygiene fängt bei uns selbst an. Man muss sich um seinen Körper und seine Gesundheit kümmern. Dann braucht man auch definitiv keine Angst vor Infektionen zu haben. Eine gute Abwehrlage schützt davor. Dann werden die Keime auch wieder zu dem, was sie eigentlich sind: friedliche Mitbewohner, die überall sind und unserem gestärkten Körper nichts anhaben können und sehr häufig sogar nützlich sind. Bewegung, Ernährung, Regeneration - immer wieder das selbe, wenn es um unsere Gesundheit geht. Sollte eigentlich selbstverständlich sein.

 

http://www.aerzteblatt.de/archiv/176167

Dtsch Arztebl Int. 2016 Apr 22;113(16):271-8. doi: 10.3238/arztebl.2016.0271.Infection Risk in Sterile Operative Procedures.Tacconelli E1, Müller NF, Lemmen S, Mutters NT, Hagel S, Meyer E.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10389062; J Hosp Infect. 1999 Jun;42(2):125-33.Are most ICU infections really nosocomial? A prospective observational cohort study in mechanically ventilated patients. Silvestri L1, Monti Bragadin C, Milanese M, Gregori D, Consales C, Gullo A, van Saene HK.

Iran J Med Sci. 2012 Jun;37(2):100-4.Classification of infections in intensive care units: a comparison of current definition of hospital-acquired infections and carrier state criterion. Zurek J1, Fedora M.

Infect Control Hosp Epidemiol. 2016 Jan;37(1):88-99. doi: 10.1017/ice.2015.249. Epub 2015 Oct 27.Diabetes and Risk of Surgical Site Infection: A Systematic Review and Meta-analysis. Martin ET1, Kaye KS2, Knott C3, Nguyen H3, Santarossa M3, Evans R1, Bertran E3, Jaber L3.
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

1 Kommentar
  • Gabriela vor 2 Monaten
    Vielen Dank, wie immer auf den Punkt gebracht. Genauso halte ich es auch, Gesundheit kommt von innen.🙂

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