Migräne

Für viele Menschen ist die Migräne ein dauerhaftes schreckliches immer wiederkehrendes Problem. Anfälle von Flimmern oder Sehstörungen vor den Augen mit dem Wissen, dass danach einige Tage mit heftigsten Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen folgen. Es kann nur noch für Tage in einem dunklen Raum gelegen werden. Eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Was hat die Universitätsmedizin meistens nur zu bieten? NSAR (also nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac), Triptane, Betablocker, Antiepileptika, usw. Schwere Medikamente die nur die Symptome behandeln, aber nicht die Ursache. Wie so häufig in der alten Schulmedizin. Dabei kann man mit Nahrungsergänzungsmittel mindestens das gleiche, wenn nicht sogar mehr erreichen. Und das ohne Nebenwirkungen.

Wer ausreichend Magnesium im Körper hat, hat deutlich weniger Probleme mit der Migräne. Was ist ausreichend? Der Mensch braucht am Tag mindestens 400mg Magnesium. Wenn der Körperbestand leer ist und aufgefüllt werden muss, dann eben auch mehr. Man muss bedenken, dass wenn man 400mg Magnesium mit der Nahrung zugeführt wird, nur ca. 30-40% aufgenommen werden. Heißt um die 400mg aufzunehmen, muss man über 1000mg am Tag zu sich nehmen. Und dann fängt es auch an, gegen Migräne zu helfen. Viele probieren das mit dem Magnesium mal aus, nehmen die üblichen 50 bis 100mg Tabletten aus der Apotheke und wundern sich, dass das nichts hilft.

Wie das mit dem Magnesium so funktioniert haben wir schon mal beschrieben: https://pur-life.net/beratung/ernaehrungsratgeber/nahrungsergaenzungsmittel/magnesium

Hier eine aktuelle Studie (1) zur Migränetherapie: eine Gruppe von 70 Migränepatienten bekam entweder Ketorolac (ein NSAR) oder 1000mg Magnesium. Die Magnesium Gruppe hatte deutlich bessere Ergebnisse, also weniger Schmerzen. Heißt, Magnesium, ein einfaches Nahrungs(-ergänzungs)mittel konnte mehr als ein hartes Pharmamedikament mit potenziell schweren (teils lebensbedrohlichen – Magenblutungen) Nebenwirkungen.

Da soll nochmal ein Kollege ernsthaft behaupten, Nahrungsergänzungsmittel wären überflüssig und sinnlos. Natürlich behauptet das die Pharmaindustrie gerne. Und wie wir alle wissen, hat die ja nun mal einen großen Einfluss darauf was erforscht, wofür es Forschungsgelder und wofür es Kongresse und Habilitationen gibt. Magnesium ist ja leider nicht patentierbar. Damit verdient man kein Geld. Aber die Ursache, Magnesiummangel zu beheben ist nun mal viel logischer, als mit symptomatischen Medikamenten nur die Beschwerden vorübergehend zu lindern.

In der zweiten Studie zeigte sich Magnesium auch besser als Cortison bei einem akuten Migräneanfall.(2)

In einer weiteren Untersuchung konnte gezeigt werden, dass bei einem niedrigen Magnesiumspiegel im Blut das Risiko einer Migräneattacke 35fach erhöht ist, gegenüber Menschen die einen normalen Magnesiumspiegel im Blut haben. (3)

Auch diese Metaanalyse (4) zeigt, dass Magnesium eindeutig die Frequenz von Migräneattacken vermindert. Es wurden viele Verschiedene Studien zusammengefasst. Eine hochwertige Metanalyse. Sollte eigentlich in der Medizin anerkannt sein. Leider, wie wir unten lesen werden, aber noch nicht in der alten Schul-Universitätsmedizin angekommen.

Wer sich für weitere Details und Funktionen von Magnesium interessiert, hier ist ein sehr schöner wissenschaftlicher Übersichtsartikel. (5)

Wie wir sehen, gibt es viele wissenschaftliche Studien, auch Reviews und Metanalysen, die alle ziemlich eindeutig die positive Wirkung von Magnesium in der Prophylaxe und Therapie der Migräne aufzeigen. Die Studienlage, also die wissenschaftliche Erkenntnis ist eigentlich sehr eindeutig und kaum zu bestreiten. In den offiziellen Leitlinien (6) zur Migränetherapie wird ganz unten in einer kleinen Tabelle und einem kleinen Nebensatz ohne Kommentar ganz unauffällig das Magnesium erwähnt. Davor aber eine lange Liste von harten Medikamenten wie: Betablocker, Triptane, NSAR, Antiepileptika und so weiter. Man lese die Leitlinien und staune.

Warum das alles so ist, wie es ist in der alten Schul-Universitätsmedizin in Deutschland ist mir selbst noch nicht ganz klar. Woher die Ablehnung von Nahrungsmitteln als wirksame Medizin kommt? Wobei, vielleicht ein paar Ansätze: Universitätsprofessoren haben eben was anderes zu tun, als solche Studien zu lesen, oder im Alltag mit den „einfachen“ Problemen normaler Patienten umzugehen. Im Universitätssetting ist es einfach nicht Standesgemäß, mit einfachen Mitteln wie Magnesium, nur einem Nahrungsmittel, zu hantieren. Da sind harte Medikamente mit teuren (Pharmaindustrie-gesponserten) Studien und vielen komplexen zu untersuchenden Nebenwirkungen doch viel spannender. Und meine Kollegen (und mich hierbei auch selbst nicht immer ausgenommen) sind leider durch jahrelange Universitätsmedizin, wenn auch häufig unbewusst, doch sehr in Richtung Medikamente und Pharmakologie beeinflusst.

Nichtsdestotrotz: Magnesium hilft gegen und schützt vor Migräne. Viele Menschen, gerade Sportler und die, die viel Schwitzen, haben einen Magnesiummangel. Das Auffüllen dauert einige Zeit, daher langfristig denken und regelmäßig auf ausreichend (400-600-1000-1200? mg Magneisum pro Tag) achten. Im Zweifel kann man seinen Magnesiumspiegel auch einfach mal im Blut messen lassen. Normwert ist 0,7-1,1 mmol/l. Damit die Migräne nicht kommt, sollte man versuchen über den Wert 1,0 mmol/l zu kommen. 0,7 ist zu niedrig, auch wenn es noch „normal“ beim Durchschnitt ist.

Zusammengefasst: nicht nur, aber vor allem bei Migräne, ist eine vermehrte Zufuhr von Magnesium empfehlenswert.

PS: Auch andere Nahrungs(-ergänzungs)mittel helfen signifikant gegen Migräne. Vor allem die Omega-3-Fettsäuren (7), Curcuma, B-Vitamine, Coenzym Q10 (8) u.a..

 

Quellen:

 

  1. Emerg (Tehran). 2017;5(1):e2. Epub 2017 Jan 8.Ketorolac versus Magnesium Sulfate in Migraine Headache Pain Management; a Preliminary Study.Delavar Kasmaei H1, Amiri M2, Negida A3, Hajimollarabi S4, Mahdavi N5.
  2. J Emerg Med. 2015 Jan;48(1):69-76. doi: 10.1016/j.jemermed.2014.06.055. Epub 2014 Sep 30.Comparison of therapeutic effects of magnesium sulfate vs. dexamethasone/metoclopramide on alleviating acute migraine headache.Shahrami A1, Assarzadegan F1, Hatamabadi HR1, Asgarzadeh M2, Sarehbandi B1, Asgarzadeh S1.
  3. Int Clin Psychopharmacol. 2016 Sep;31(5):287-92. doi: 10.1097/YIC.0000000000000130.Serum concentration of magnesium as an independent risk factor in migraine attacks: a matched case-control study and review of the literature.Assarzadegan F1, Asgarzadeh S, Hatamabadi HR, Shahrami A, Tabatabaey A, Asgarzadeh M.
  4. Pain Physician. 2016 Jan;19(1):E97-112.Effects of Intravenous and Oral Magnesium on Reducing Migraine: A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials. Chiu HY1, Yeh TH2, Huang YC3, Chen PY3.
  5. Nutrients. 2015 Sep 23;7(9):8199-226. doi: 10.3390/nu7095388.Magnesium in Prevention and Therapy.Gröber U1, Schmidt J2, Kisters K3,4.
  6. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-057l_S1_Migraene_Therapie_2012_verlaengert.pdf
  7. Nutr Neurosci. 2017 Jun 30:1-10. doi: 10.1080/1028415X.2011344371. [Epub ahead of print]Effects of omega-3 fatty acids on the frequency, severity, and duration of migraine attacks: A systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Maghsoumi-Norouzabad L1,2, Mansoori A1, Abed R3, Shishehbor F1.
  8. Acta Neurol Belg. 2017 Mar;117(1):103-109. doi: 10.1007/s13760-016-0697-z. Epub 2016 Sep 26.Effectiveness of coenzyme Q10 in prophylactic treatment of migraine headache: an open-label, add-on, controlled trial.Shoeibi A1, Olfati N2, Soltani Sabi M1, Salehi M3, Mali S1, Akbari Oryani M4.
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

2 Kommentare
  • PETRA S. vor 2 Jahren
    Das kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Ich habe seit ich regelmäßig Magnesium nehme nur noch sehr selten einen Migräneanfall. Wenn ich mit der Magnesiumeinnahme etwas schlampiger bin, merke ich das sofort, dann habe ich wieder verstärkt Kopfschmerzen. Ich habe Magnesium auch schon vielen geplagten Freunden und Kollegen empfohlen, aber da redet man gegen die Wand. Die Antwort ist meistens, man soll keine Nahrungsergänzungsmittel nehmen, die braucht man nicht oder sie sind schädlich. Aber die vom Arzt verschriebenen Tabletten mit den üblen Nebenwirkungen nehmen sie alle ohne zu murren. Und ich stelle nicht fest, dass die Betroffenen dadurch weniger Anfälle haben. Das soll mal einer verstehen. Ist das denn gesünder?
  • Diana W. vor 2 Jahren
    Vielen Dank für diese Information, ich habe von meinem Neurologen 200mg Magnesium empfohlen bekommen. Das habe ich dann wieder abgesetzt, weil die Wirkung ausblieb.

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