Monoamine und das Glück

Monoamine sind verschiedene Substanzen. Dazu gehören die wichtigen Neurotransmitter:

Dopamin, Noradrenalin, Serotonin

Die moderne Hirnforschung konnte diesen Signalgebern unserer Nerven bestimmte Funktionen zuordnen. Jede dieser Substanzen beeinflusst unser Gehirn, unser Denken, unser Wohlbefinden. Wir wissen heutzutage, dass unser emotionaler Zustand, unsere geistige Leistungsfähigkeit und viele weitere Hirnfunktionen von der Art unserer Biochemie bestimmt werden. Besonders die 3 genannten Monoamine. Der Glücks-Cocktail im Gehirn.

Die Wirkung der einzelnen:

Dopamin ist der wichtigste Botenstoff für das Glücksempfinden. Motivation. Antrieb. Sich gut fühlen. Freudige Erwartung. Begeisterung. Bewegungsdrang (Kinder haben noch deutlich mehr Dopamin im Gehirn als Erwachsene). Die Initiative ergreifen.  Etwas tun wollen. Geistige Leistungsfähigkeit. Bessere kognitive Funktionen unter Belastung (4). Das alles macht das Dopamin. Ein durchweg positives Gefühl.

(Leider haben auch viele Drogen genauso eine Dopamin-artige Wirkung. Deshalb greifen ja so viele danach. Studien konnten zeigen: ein Dopamin-Mangel steigert die Suche und das Verlangen nach Drogen (1). Hat man genug Dopamin im Hirn, gibt´s also auch gar nicht so ein Verlangen nach Drogen. Das wäre echte Drogenprävention. Gesetze, Verbote und Strafen bringen da gar nichts. (5))

Noradrenalin ist der Hauptbotenstoff des sympathischen Nervensystems (Sympathikus). Wachheit. Aufmerksamkeit. Aktivität. Reaktionsbereitschaft. Motivation. Leistungsfähig.

Serotonin Gelassenheit. Entspannung. Angstfreiheit. Souveränität. Zufriedenheit. Ausgeglichenheit. Und sogar mehr Fairness (3). Das Chef-Hormon (Chefs sollten jedenfalls so sein).

 

Hört sich das nicht schön an? Sollten nicht alle Menschen genug von diesen 3 Monoaminen haben? Nicht nur jedem einzelnen würde es besser gehen, die ganze Welt wäre insgesamt ein bisschen besser (Serotonin=Fairness (3), Dopamin=kein Verlangen nach Drogen).

Jetzt das spannendste. Das wollen wir doch alle haben. Wie kommen wir an diese 3 wunderbaren Monoamine? Ganz einfach: unser Körper kann die selbst herstellen. Aber auch nicht aus dem Nichts. Die Monoamine werden jeweils aus einer Aminosäure hergestellt.

Aus Tyrosin werden Dopamin und Noradrenalin synthetisiert.

Aus Tryptophan wird das Serotonin synthetisiert.

Wir brauchen also die beiden Aminosäuren Tyrosin und Tryptophan. Und dann kommen wir an diesen Glücks-Cocktail. Aminosäuren sind nichts anderes als Eiweiß. Wie kommen wir jetzt da dran? Müssen wir ESSEN. Die essentiellen Substanzen für den Aufbau unseres Körpers. Allen voran Eiweiß, aber auch Eisen (2), Selen und Zink.

 

Wir sehen, um den Glückscocktail im Hirn haben zu können, um überhaupt die Grundlage für das Glücklichsein haben zu können, brauchen wir die Nährstoffe, damit unser Körper uns das alles zusammenbauen kann.

Da kommt jetzt auch der Zusammenhang zum Sport. Wer kein Dopamin im Gehirn hat, also keinen Bewegungsdrang, den kann man meist gar nicht zum Sport, zur Bewegung überzeugen. Manchmal muss man eben erst die Nährstoffe auffüllen. Tryptophan, Tyrosin, Eisen, Zink, Selen. Dann, wenn der Körper überhaupt erst wieder die Möglichkeit hat Dopamin herzustellen, dann kann man denjenigen überhaupt erst zur Bewegung bringen. Die Motivation kann dann, wenn genug Dopamin vorhanden ist auch wieder kommen. Es fällt dann viel leichter, sich sportlich zu betätigen. Und dann kommt das beste: Sport erhöht wiederum die Konzentration dieser Glückshormone im Gehirn (6,7). Und wir fühlen uns noch besser.

Glückscocktail: Dopamin, Noradrenalin, Serotonin

Notwendige Bausubstanzen für den Glückscocktail: Tyrosin, Tryptophan, Eisen, Zink, Selen + Bewegung/Sport

 

Literatur:
  1. Biol Psychiatry. 2015 May 15;77(10):895-902. doi: 10.1016/j.biopsych.2014.09.004. Epub 2014 Sep 22.Aversive stimuli drive drug seeking in a state of low dopamine tone.Twining RC1, Wheeler DS2, Ebben AL2, Jacobsen AJ2, Robble MA2, Mantsch JR2, Wheeler RA2.
  1. J Nutr Biochem. 2014 Nov;25(11):1101-7. doi: 10.1016/j.jnutbio.2014.07.003. Epub 2014 Aug 2.Iron and mechanisms of emotional behavior.Kim J1, Wessling-Resnick M2.
  2. J Neurosci. 2013 Feb 20;33(8):3505-13. doi: 10.1523/JNEUROSCI.2761-12.2013.Serotonin modulates striatal responses to fairness and retaliation in humans.Crockett MJ1, Apergis-Schoute A, Herrmann B, Lieberman MD, Müller U, Robbins TW, Clark L.
  3. Eur J Appl Physiol. 2015 Feb;115(2):373-86. doi: 10.1007/s00421-014-3022-7. Epub 2014 Oct 19.Effect of tyrosine ingestion on cognitive and physical performance utilising an intermittent soccer performance test (iSPT) in a warm environment.Coull NA1, Watkins SL, Aldous JW, Warren LK, Chrismas BC, Dascombe B, Mauger AR, Abt G, Taylor L.
  4. Int J Drug Policy. 2015 Feb;26(2):199-209. doi: 10.1016/j.drugpo.2014.08.017. Epub 2014 Sep 6.A social cost perspective in the wake of the Portuguese strategy for the fight against drugs. Gonçalves R1, Lourenço A2, Silva SN3.
  5. J Affect Disord. 2016 Mar 15;193:117-22. doi: 10.1016/j.jad.2015.12.035. Epub 2016 Jan 1.Impact of physical exercise on catechol-O-methyltransferase activity in depressive patients: A preliminary communication.Carneiro LS1, Fonseca AM2, Serrão P3, Mota MP4, Vasconcelos-Raposo J5, Vieira-Coelho MA6.
  6. Front Psychol. 2016 Jan 7;6:1890. doi: 10.3389/fpsyg.2015.01890. eCollection 2015.Neuromodulation of Aerobic Exercise-A Review.Heijnen S1, Hommel B1, Kibele A2, Colzato LS1.
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

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