Schrottstudie und Fakenews: B-Vitamine würde Lungenkrebs fördern

  • Von Dr. Volker Zitzmann
  • 27. August 2017
  • Letzte Änderung: 23. Oktober 2017
  • 5 Kommentare
  • 11 min Lesezeit

Die Medien sind mal wieder voll in Ihrem Element: neue Daten einer alten Studie: Vitamin B6+B12 sollen Lungenkrebsrisiko erhöhen.

Wieder mal ein typisches, gefundenes Fressen für die Medien. Augenscheinlich Sensationsnachrichten. Da stürzen sich gleich alle drauf. Die angebliche Feststellung, B-Vitamine würden das Lungenkrebsrisiko bei starken Rauchern erhöhen, ist in allen Medien derzeit zu lesen.

Was steckt dahinter? Eine einzige Zahlenanalyse eines Mannes, Theodore Brasky aus Buffalo, der die Daten der VITAL Studie auf Vitamin B6+B12 Einnahme und Zahl der gerauchten Zigaretten korrelierte. Und tatsächlich fand er da eine Korrelation, aber nur bei starken Rauchern und nur bei männlichen Probanden und nur bei Einnahme einer hohen Dosis von Vitamin B6 und B12.

Die VITAL-Studie (Vitamin and Lifestyle Study): In dieser Studie wurden 77.738 Männer und Frauen im Alter von 50 bis 76 Jahren über 2 Jahre von 2000 bis 2002 mittels eines Fragebogens über ihre Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt. Auch über die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten und die Vitamin Einnahme über die letzten 10 Jahre. Also aus dem Gedächtnis befragt. Nette Idee, aber wissen Sie, wieviel und welche Vitamine (z.B. genaue Dosis von B6 oder B12 damals) Sie vor 7 Jahren eingenommen haben? Schon ein erster Schwachpunkt der Studie.

In den Fragebögen wurden sehr viele Variablen eingefügt, unter anderem wurde neben Multivitamin-Tabletten auch Vitamin C, Vitamin E und Calcium überprüft. Eigentlich ging es nur um diese Supplements zu Beginn der Studie.  Dann wurden aber nebenbei noch 13 weitere verschiedene Vitamine und Mineralien abgefragt. Um noch mehr Zahlensalat zu haben, aus dem man ALLES mögliche zusammenmixen kann. Je mehr Variablen, desto unsicherer das Ergebnis. Bei dieser hohen Anzahl an Variablen in dieser Studie kommt kaum ein brauchbares, signifikantes Ergebnis raus.

In der Studie waren zum Untersuchungszeitpunkt 8,3% Raucher. Also insgesamt 6269 Raucher (current smokers). Davon bekamen 155 Raucher einen Lungenkrebs. Heißt, 2,47% der Raucher erlitten in den Folgejahren der Nachuntersuchungszeit einen Lungenkrebs. (2). Das Risiko war für die Einnahme von hohen Dosen Vitamin B6 bei starken Rauchern erhöht, und zwar bei 1,82 (3). Heißt 82% (HR 1,82) höheres Risiko als die Referenz (1,0). Also zusammegefasst: Von den Rauchern war das Risiko eines Lungenkrebses 2,47%. Also 2 ½ von 100 Rauchern erlitten in den nächsten 10 Jahren nach der Datenerhebung einen Lungenkrebs. Nur von den starken Rauchern, welche auch hohe Dosen an Vitamin B6 eingenommen haben, erlitten 82% mehr, also 4 ½ von 100 Rauchern ein Lungenkrebs. Heißt die (laut der Studie aber mehr als fraglich) Risikobehaftete Kombination aus Vitamin B6 und starkem Rauchen führte bei 2 von 100 Personen zu einem vermehrten Lungenkrebs.

Bei 155 Personen, die sicherlich nicht alle auch hohe Vitamin B6 Dosen genommen haben, sagen wir mal wenn überhaupt ein Drittel, also vielleicht 50 Personen. Das Risiko ist für diese Gruppe also 2% höher. Von diesen 50 Personen hat also ca. ein einziger häufiger durch starkes Rauchen und hohes Vitamin B6 einen Lungenkrebs bekommen. Das ist, was die Studie aussagt. Bitte mal drüber nachdenken. Vielleicht war der eine ein Zufall. Oder er hat noch viel mehr als alle anderen geraucht, oder hat einfach zu wenig Vitamin C zu sich genommen (siehe unten), oder oder oder.

Wie wir sehen, da gibt es viel zu beachten. Viele Zahlen, vielleicht auch ein paar Zahlendreher? Nicht das erste mal, dass sowas vorkommt. In den USA sagt man auch „Publish or Parish“: frei Übersetzt: Veröffentliche viele Studien oder du bist weg vom Fenster. Da wird alles getan um eine aufsehenerregende Studie zu veröffentlichen. Und wie wir sehen, hat es auch gut funktioniert. Alle Medien springen darauf an. Der Veröffentlicher, Herr Brisky ist nun über Nacht weltbekannt geworden. Mit einem einzigen Fall von vermehrt gefundenem Lungenkrebs bei hoher Vitamin B6 Einnahme. Na dann, herzlichen Glückwunsch. Zum Nobelpreis wird das aber nicht reichen. Da schauen viele Experten und Juroren schon ganz genau hin. Und nicht wie jeder Journalist einfach mal eine Nachricht rauswirft, die sicherlich überall gerne gelesen und bestaunt wird, sei sie auch noch so falsch oder zumindest fragwürdig. Für Vitamin B12 gab es jedoch 1934 im Gegensatz den Nobelpreis (für die Behandlung der Anämie mit Leber, die ja bekanntlich viel Vitamin B12 enthält). Zu recht.

 

Interessant aber in dieser Studie, leider wie alle anderen Daten daraus ohne echten Aussagewert und statistisch nicht signifikant (wie alles in der Studie): je höher die Vitamin C Einnahme war, desto geringer das Risiko für ein kleinzelliges Lungenkarziom.

Siehe: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2258445/table/tbl3/

Vitamin C Einnahme                    Risiko für SCLC (kleinzelliger Lungenkrebs)

Kein Vitamin C                                             1 (Referenz)

<60mg / Tag                                                1,23

60-322mg / Tag                                           0,98

>322 mg / Tag                                             0,65

Heißt: unter 60mg Vitamin C war das Risiko eher erhöht, ab 60mg ein kleiner Effekt und erst über 322 mg Vitamin C pro Tag war das Risiko 35% gesunken. Ist aber sowieso viel zu gering die Dosis. Wieso macht keiner mal eine korrekte Studie mit 3000mg Vitamin C pro Tag? Wieso hat über diese extreme Risikoreduktion durch Vitamin C keiner was in der Medienlandschaft geschrieben?

In der Tabelle 6 (1) sieht man, dass je mehr Obst und Gemüse verzehrt wurde, desto höher war auch die Einnahme von Supplementen. Die die viel Obst und Gemüse gegessen haben, haben also auch mehr zusätzliche Vitamintabletten zu sich genommen. Glaubt man dieser Korrelation, könnte man auch das viele Obst und Gemüse für die negativen Effekte verantwortlich machen (natürlich völliger Quatsch, aber man sieht was man aus einfachen Korrelationsuntersuchungen alles herauslesen kann, wenn man möchte).

In der VITAL Study wurden nur zufällige Korrelationen gefunden. Der Aussagewert einer solchen Studie ist mehr als fragwürdig.  Genauso gibt es Korrelationen zwischen der Storchenflugrate und der Geburtenrate beim Menschen. Dass diese Korrelation kein kausaler Zusammenhang ist, weiß ja nun wohl jeder, der aus dem Kindesalter heraus ist.

 

In der Caret Studie war das Risiko für starke Raucher einen Lungenkrebs zu entwickeln leicht erhöht. Bei Einnahme von 30mg Beta-Carotin war das Risiko 1,10 für starke Raucher. Diese Studie, die immer wieder zitiert wird, wenn es um erhöhtes Risiko von Vitaminen geht. Bisher ist also nur etwas negatives für Beta-Carotin in hoher Dosis bei starken Rauchern nachgewiesen. Nun gab es ja die bekannte Nachanalyse 2014 (5), in der diese Zahlen mit der Vitamin D Einnahme zusammen betrachtet wurden. Und siehe da, die Teilnehmer mit der höchsten Vitamin D Einnahme zusammen mit Vitamin A hatten ein deutlich geringeres Lungenkrebsrisiko. Heißt wenn schon Beta-Carotin, dann zusätzlich auch Vitamin A und Vitamin D. Dann ist das erhöhte Risiko für Lungenkrebs bei Rauchern schon wieder neutralisiert. Diese Nachuntersuchung wird leider nie zitiert, im Gegensatz zu der Sache mit Beta-Carotin in der Caret oder ATBC Studie. Steht nicht in den Nachrichten. Schon komisch.

 

Die EPIC Studie, European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC):

Eine große Studie 2010 im JAMA (4) untersuchte 519.978 Europäer aus 10 Ländern. Von diesen haben 385.747 Teilnehmer ihr Blut zur Untersuchung abgegeben. Hierbei fand sich, dass höhere Blutspiegel von Vitamin B6 ein signifikant erheblich geringeres Lungenkrebsrisiko zeigten. HR 0,42, heißt 58% verringertes Lungenkrebsrisiko bei hohen Vitamin B6 Blutspiegeln. Eine deutlich größere und exakter angelegte Studie als die Vital Studie. Was ist glaubwürdiger? Die Erinnerung über die Vitamineinnahme der letzten 10 Jahren oder die eindeutigen Blutwerte objektiv im Labor nachgemessen. Die Vital Studie hat 77.738 Personen untersucht, die EPIC Studie 385.747. Also 5 mal so viele Teilnehmer. Welche ist da statistisch besser aufgestellt?

Wo wurde diese Studie von 2010 aus einem renommierten Fachjournal (JAMA) in den Medien mal erwähnt? Die aktuelle Studie die ein gering negatives Ergebnis von Vitaminen bei starken Rauchern ergibt, wird aber jetzt aktuell in fast ALLEN Medien breitgetreten? Fällt Ihnen da was auf?

Noch ein paar andere Studien zu B-Vitaminen und Raucher:

In dieser Studie wurde Rauchern Folsäure und Vitamin B12 verabreicht. Daraufhin zeigte sich, dass Zellatypien aus Zellen der Lungenschleimhaut deutlich seltener auftraten (6).

Eine prospektiv randomisierte Studie von 1988 zeigte dasselbe (7).

Eine weitere Studie von 2001 (8) zeigte, dass Folsäure und Vitamin B12 die Stabilität des Genoms verbesserte und DNA Schäden verminderte. Ähnliches konnte diese Studie (9) über die Genomstabilität in Lymphozyten zeigen.

Übrigens ist vielfach gezeigt worden, dass Grüner Tee, bzw. der Inhaltsstoff Epigallocatechingallat (EGCG) vor Lungenkrebs schützt. (10,11). Auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Nur so nebenbei.

Noch nebenbei erwähnt: bei der gleichen Studie, der VITAL Studie wurde klar gezeigt, dass die Magnesium-Einnahme das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs senkt. Je 100mg weniger Magnesium täglich, erhöhte das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 24%. (12). Das wäre doch auch mal erwähnenswert. Wieso schreibt dann kein Nachrichtendienst davon???

Zusammengefasst: diese ganzen Nachrichtenmeldungen in aktueller Zeit, die sagen, Vitamin B 6+12 erhöhen das Lungenkrebs-Risiko kann man vollkommen zurecht als FAKE-NEWS einstufen. Selbst wenn dieser Zusammenhang tatsächlich so sein sollte, dann gibt es längst keinen kausalen Beweis für diese Behauptung. Daher darf man diese Behauptung wie in den Nachrichtenüberschriften so gar nicht aufstellen. Das wissen Journalisten nur leider nicht und schreiben trotzdem ihre Sensationsnachrichten. Wir haben schon mehrfach erwähnt, wie wichtig die B-Vitamine sind, vor allem zur Schlaganfallprophylaxe. Und das wirkt bei allen, ob nun Raucher oder Nichtraucher. Daher kann man anhand dieser Schrott-Studie nicht ernsthaft Rauchern vor einer Vitamin B12 Einnahme warnen. Höchstens, wenn man die anderen (auch fraglichen) Daten genauso heranziehen würde, dann nämlich müsste man Rauchern aber auch hohe Dosen an Vitamin C, Vitamin A und Vitamin D empfehlen.

Am besten natürlich, wer erst gar nicht raucht, dann sind ALLE negativ Studien über Vitamine sowieso hinfällig!!!! Die gelten immer nur für starke Raucher. Nur über 20 Zigaretten pro Tag. Also wenn man schon rauchen muss, fällt nun mal schwer damit aufzuhören, dann wenigstens versuchen unter 20 pro Tag zu bleiben, dann gibt´s definitiv auch keine Interaktionen mit Vitaminen. Und sowieso ist Sport am besten um länger gesund zu bleiben. Das wissen wir definitiv aus vielen, vielen Studien. Und kein Statistiker kann daran was ändern oder sonst herumrechnen. Man weiß, dass kein Sport genauso schädlich für die Gesundheit ist, wie 1 Packung Zigaretten am Tag. Wenn man also raucht, dann zumindest Sport treiben. Wenn man abends und am Wochenende mit Sport beschäftigt ist, dann hat man eh keine Zeit dazu, mehr als 20 Zigaretten am Tag zu rauchen. Und dann braucht sich keiner Gedanken über irgendwelche, angeblich negativen Wirkungen von Vitaminen zu machen.

Also bitte diese Studie, nur weil sie jetzt in allen Nachrichtenkanälen gepuscht wird, nicht überbewerten. Die Ergebnisse sind mehr als fragwürdig und ich Wette diese Zahlen und Statistik nimmt demnächst nochmal ein anderer Fachkollege auseinander und wiederlegt das Ganze. Nur leider wird man davon dann nichts in den Nachrichten hören oder lesen. Wäre ja keine Sensation und langweilig. Trotzdem, ich werde berichten.

 

 

Quellen:

(1) https://academic.oup.com/aje/article/159/1/83/335620/VITamins-And-Lifestyle-Cohort-Study-Study-Design

(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2258445/

(3) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28829668

(4) JAMA. 2010 Jun 16;303(23):2377-85. doi: 10.1001/jama.2010.808.Serum B vitamin levels and risk of lung cancer.Johansson M1, Relton C, Ueland PM, Vollset SE, Midttun Ø, Nygård O, Slimani N, Boffetta P, Jenab M, Clavel-Chapelon F, Boutron-Ruault MC, Fagherazzi G, Kaaks R, Rohrmann S, Boeing H, Weikert C, Bueno-de-Mesquita HB, Ros MM, van Gils CH, Peeters PH, Agudo A, Barricarte A, Navarro C, Rodríguez L, Sánchez MJ, Larrañaga N, Khaw KT, Wareham N, Allen NE, Crowe F, Gallo V, Norat T, Krogh V, Masala G, Panico S, Sacerdote C, Tumino R, Trichopoulou A, Lagiou P, Trichopoulos D, Rasmuson T, Hallmans G, Riboli E, Vineis P, Brennan P.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8901854

(5) Int J Cancer. 2014 Nov 1;135(9):2135-45. doi: 10.1002/ijc.28846. Epub 2014 Mar 24.Estimated intake of vitamin D and its interaction with vitamin A on lung cancer risk among smokers.Cheng TY1, Goodman GE, Thornquist MD, Barnett MJ, Beresford SA, LaCroix AZ, Zheng Y, Neuhouser ML.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24622914

(6) Chest. 1994 Aug;106(2):496-9.Chemoprevention effects on bronchial squamous metaplasia by folate and vitamin B12 in heavy smokers. Saito M1, Kato H, Tsuchida T, Konaka C.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7774326

(7) JAMA. 1988 Mar 11;259(10):1525-30.Improvement in bronchial squamous metaplasia in smokers treated with folate and vitamin B12. Report of a preliminary randomized, double-blind intervention trial.Heimburger DC1, Alexander CB, Birch R, Butterworth CE Jr, Bailey WC, Krumdieck CL.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3339790

(8) Mutat Res. 2001 Apr 18;475(1-2):57-67.The role of folic acid and Vitamin B12 in genomic stability of human cells. Fenech M1.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11295154

(9) Carcinogenesis. 1997 Jul;18(7):1329-36.Folate, vitamin B12, homocysteine status and chromosome damage rate in lymphocytes of older men. Fenech MF1, Dreosti IE, Rinaldi JR.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9230275

(10) Oncol Rep. 2014 Mar;31(3):1343-9. doi: 10.3892/or.2013.2933. Epub 2013 Dec 19.Epigallocatechin gallate inhibits the growth of human lung cancer by directly targeting the EGFR signaling pathway.Ma YC1, Li C2, Gao F3, Xu Y2, Jiang ZB1, Liu JX1, Jin LY1.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24366444

(11) Front Biosci. 2004 Sep 1;9:2618-31.Green tea and tea polyphenols in cancer prevention.Chen D1, Daniel KG, Kuhn DJ, Kazi A, Bhuiyan M, Li L, Wang Z, Wan SB, Lam WH, Chan TH, Dou QP.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15358585

(12) Br J Cancer. 2015 Dec 1;113(11):1615-21. doi: 10.1038/bjc.2015.382. Epub 2015 Nov 10.Magnesium intake and incidence of pancreatic cancer: the VITamins and Lifestyle study.Dibaba D1, Xun P1, Yokota K2, White E3,4, He K1.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26554653

 

Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

5 Kommentare
  • Hallo Johannes, danke für den Hinweis. Habe tatsächlich einen Fehler unter der Annahme es hätten 50 Teilnehmer mit Lungenkrebs hohe Vitamin B6 Dosen genommen. Habe gerade nochmal die Studie herausgesucht. Da sind viele Zahlen und viel Annahmen (wenn und aber´s, auch die Daten der Einnahme des Vitamin B6 sind extrem ungenau erhoben worden). Zur Berichtigung nochmal ein paar Zahlen, aus der Studie: von den Männern hätten 13992 Teilnehmern kein Vitamin B und kein Lungenkrebs. 175 von denen ohne Vitamin B haben Lungenkrebs bekommen. Von den Teilnehmern mit einer hohen Vitamin B6 Einnahme (>20mg/d) hätten 1930 keinen Lungenkrebs und 36 einen Lungenkrebs bekommen. Also 175 Lungenkrebs von 13992 ohne Vitamin B6 und 36 Lungenkrebs von 1930 mit Vitamin B6. Heißt, ohne Vitamin B6 haben 1,25% einen Lungenkrebs bekommen, mit Vitamin B6 1,86%. Heißt mit B6 war das Lungenkrebsrisiko von 1,25% auf 1,86% gestiegen. Heißt 0,6% erhöhtes Risiko. Also von den 1930 mit hoher Vitamin B Einnahme 11 Fälle von Lungenkrebs. Macht weniger als 1 von 100. Mag statistisch signifikant sein. Aber auch das nur fraglich, hat die Studie doch mehrere Bias. Eine Kausalität ist, wie du richtig schreibst, sicherlich überhaupt nicht herzuleiten und wenn man die anderen Studien betrachtet, mehr als unwarscheinlich. Danke für deinen Beitrag, das freut mich sehr, wenn man darüber diskutieren kann. Gerne schicke ich dir die ganze Studie. Da sind noch viele Zahlen, die man mal nachrechnen kann. Schreib mir einfach eine Nachricht. Viele Grüße, Volker
  • Johannes F. vor 1 Jahr
    Ich möchte mich nicht zu der Studie äussern, da ich sie leider nicht kenne ( im Netz ist nur der Abstract frei verfügbar). Falls die Daten stimmen, dass Raucher + Vitamin B6 ein 1.82 faches Lungenkrebsrisiko gegenüber Nichtrauchern hatten, ist ihre Rechnung aber nicht ganz richtig. Richtig wäre unter der Annahme dass 2,47% der Raucher (=155) Lungenkrebs bekamen, ca. 55 ohne Vitamin B6 und ca. 100 mit Vitamin B6 dabei waren. Nur so wäre der Faktor 1.82 einzuhalten. Das wäre statistisch aus meiner Sicht eine signifikante Korrelation. Aus dieser Korrelation eine Ursache Wirkungsbeziehung ( aus B6 folgt Lungenkrebs) herzuleiten ist aber wohl doch etwas mutig. Deshalb von meiner Seite nur eine Korrektur der Mathematik, keine Aussage zu Sinn/Unsinn von Vitmain B6
  • Thomas L. vor 1 Jahr
    Toller Bericht! Danke für die ausführlichen Informationen!
  • Petra Griggel vor 1 Jahr
    Ich habe das Gefühl das die Pharmaindustrie merkt das die Menschen auf ihre Gesunfheit achten, also machen sie die Vitamine und Mineralien schlecht damit die Leute wieder Patienten werden. Ich habe so einen Blödsinn vor kurzem über Eiweiß, Salz und Wasser gelesen. Nur schlimm das es viele eben auch glauben. Ich glaube was ihr mir erzählt und damit geht es mir super, danke.
  • Bevor ich solchen Nachrichten Glauben schenke, würde ich dich sowieso vorher noch mal fragen😉 Ich drücke dich und danke für die News.

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