Vegetarier/Veganer sind häufiger depressiv

  • Von Dr. Volker Zitzmann
  • 01. Dezember 2017
  • Letzte Änderung: 22. Januar 2018
  • 13 Kommentare
  • 2 min Lesezeit

Einer neuen Studie (ALSPAC) (1) an 9668 Männern zufolge, kommt es zu einer höheren Rate an depressiven Symptomen bei Vegetariern/Veganern als bei nicht-Vegetariern.

Die Teilnehmer mussten einen EPDS ausfüllen. Ein Wert von über 10 in dem EPDS-Score deutet mit hoher Wahrscheinlichkeit auf leichte bis mittelschwere Depressionen hin. Unter den Vegetariern hatten 12,3% einen Wert über 10, unter den nicht-Vegetariern nur 7,4%. „Einen Wert über 12 – der auf schwere Depressionen hindeutet – hatten 6,8% der Vegetarier/Veganer und 3,9% der Nicht-Vegetarier.“ , schreibt Medscape Deutschland (2). Das Risiko für die Vegetarier an einer schweren Depression zu leiden ist knapp doppelt so hoch, wie für nicht-Vegetarier/Fleischesser. (Odds Ratio 1,75. Nach ausgiebiger Bias-Korrektur noch 1,67).

Ob die vegetarische Ernährung nun Ursache oder Wirkung der Depression ist, lässt sich anhand dieser Studie nicht sagen.

Das heißt, man weiß nicht, ob die Ernährung, also Mangelernährung mit Eisen-, Zink-, Vitamin B12-, Eiweiß- (u.v.a.) Mangel für die Depression verantwortlich ist, oder ob die Depression die Ursache ist und die Menschen dazu bringt Vegetarier/Veganer zu werden. Die Frage der Kausalität ist also in dieser Studie noch ungeklärt.

Hinweise hierzu liefert die neue SMILES-Studie (3).

Hier konnte gezeigt werden, dass eine Gruppe von Patienten mit Depression, die eine Ernährungsintervention erhielt, mehr signifikante Verbesserungen ihrer Depressionen hatte, als die Kontrollgruppe. Heißt, Ernährungsoptimierung konnte den Depressiven helfen. Sogar soweit, dass in der Gruppe mit der Ernährungsumstellung 32% eine Remission erzielten, in der Kontrollgruppe nur 8%.

Die Smiles-Studie spricht also eher für die oben erstgenannte Ursache der Depression bei den Vegetariern.
Alles keine wirklichen Neuigkeiten, denn dass unser Körper und vor allem unser anspruchsvolles Gehirn ALLE 47 essentiellen Nährstoffe braucht, um gut zu funktionieren, wussten Sie ja bereits 😉

Quellen:

  1. J Affect Disord. 2018 Jan 1;225:13-17. doi: 10.1016/j.jad.2017.07.051. Epub 2017 Jul 28.Vegetarian diets and depressive symptoms among men. Hibbeln JR1, Northstone K2, Evans J2, Golding J2.http://www.jad-journal.com/article/S0165-0327(16)32391-6/fulltext
  2. https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4906442?src=soc_fb_171019__mscpmrk_detop5-10-v3#vp_2
  3. BMC Med. 2017 Jan 30;15(1):23. doi: 10.1186/s12916-017-0791-y.A randomised controlled trial of dietary improvement for adults with major depression (the 'SMILES' trial).Jacka FN1,2,3,4,5, O'Neil A6,7,8, Opie R9,8, Itsiopoulos C9, Cotton S10, Mohebbi M6, Castle D11,12, Dash S6,8, Mihalopoulos C13, Chatterton ML13, Brazionis L9,14, Dean OM6,11,15,8, Hodge AM16, Berk M6,10,15,8.
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

13 Kommentare
  • Diana K. vor 9 Monaten
    Ich ernähre mich seit Mai vegan und mir geht es körperlich besser als zuvor. Vielleicht liegt's daran, dass bei mir Zeug wie Fastfood und Bäckereiwaren etc. wegfallen, die ich vorher gerne mal gegessen habe. B12 supplementiere ich und Eisen ebenfalls (ich habe seit vielen Jahren immer wieder Eisenmangel und das obwohl ich damals ja viel Fleisch und andere tierische Produkte konsumiert hatte..). Mal davon abgesehen, dass das B12 den Tieren in Massentierhaltungsbetrieben auch nur supplementiert wird.😉 Das mit den Depressionen kann ich nicht beurteilen, da ich sowieso seit vielen Jahren leider chronisch depressiv bin.
  • Franziska H. vor 1 Jahr
    Wenn wir davon ausgehen, dass alles was wir Essen Energie ist und somit eine Schwingung hat, dann kann totes Fleisch keine gute Resonanz mit unseren Zellen machen😉 Ich kenne keine depressiven Veganer oder Vegetarier... Fleischesser aber schon😉
  • Elke W. vor 1 Jahr
    Welch ein Unsinn !!! Ich bin Veganerin und von Mangelernährung keine Spur. Es ist eher umgekehrt: Ich bin heute als Veganerin weitaus gesünder als zu Zeiten der Mischkost und habe es geschafft, auf ganzheitlichem Weg zu heilen. Meine eigenen Heilungserfolge mit meiner Ernährungsumstellung von Mischkost nach Vegan überzeugen mich mehr als die Worte Eures Dr. Volker Zitzmann. Von Depressionen keine Spur ! Bisher war ich mit der Purlife Trainingsplatform sehr zufrieden. Wenn ich aber solche Artikel bei Euch lese, dann frage ich mich : Was unterstütze ich hier mit meinem Beitrag ? Vielleicht gibt es irgendwo eine Trainingsplatform, die mehr Respekt und Wertschätzung für eine tierleidfreie vegane Ernährung hat ???
  • Ich habe mich heute auf dieser Plattform registriert und lese sogleich so einen Beitrag. Ich lebe seit 5 Jahren vegan und kann diese Behauptung nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, seit ich vegan lebe habe ich eben keine Gemütsschwankungen mehr. Auch vor meinen Tagen stelle ich keine Schwankungen mehr fest. Also auf solche Beiträge kann ich gut verzichten. Übrigens: Ich bin auch fitter als Veganerin!
  • Britta Maria vor 1 Jahr
    Möchte an dieser Stelle eine Empfehlung für dieses Buch abgeben: "Vegan in Topform" von Brendan Brazier, kanadischer Triathlet und Ironman. Für optimale Gesundheit und Leistungsfähigkeit hat er eine bestimmte Ernährungsform entwickelt, die bereits viele Spitzensportler zu einer olympischen Medaille geführt haben. In seinem Buch sind u.a. köstliche Rezepte mit Superfoods - eine ausgewogene Kost mit sämtlichen Nährstoffen, die der Körper braucht. Seine Form der Ernährung führt zum Abbau von Körperfett und Aufbau von Muskelmasse, Leistungssteigerung, weniger Stress und Heisshunger auf Junkfood, geistige Klarheit und besserem Schlaf. Auf der Rückseite ist ein Bild von ihm, mit seiner "veganen" Muskelmasse. Die neue Energie, die wir hier dringend auf diesem Planeten benötigen ist die HERZ-Energie. Diese sieht es nicht mehr vor, beseelte Lebewesen qualvoll zu halten und qualvoll zu töten, um so den Kreislauf von ewigem Leid entstehen zu lassen. Es ist alles auf diesem Planeten vorhanden, was der Körper benötigt, um gesund zu bleiben - dafür muss kein Tier mehr sterben und leiden!!!
  • https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4573281/ Danke für die Studie. Auch interessant. Diese Studie untersuchte, ob Teilnehmer, die sich mehr oder weniger an eine vorgegebene Diät halten, weniger zu Depressionen neigen. Es wurden der Mediterranean Diet Score (MDS), der Pro-Vegetarian Diet Pattern (PDP) und der Alternative healthy eating index 2010 (AHEI-2010) verglichen. Das Ergebnis der Studie war, dass sich die jeweiligen Teilnehmer, die sich im mittleren Bereich an einenn bestimmten Ernährungsplan hielten, eine niedrigere Korrelation zu Depressionen hatten. Die Teilnehmer, die sich sehr streng an die Diät hielten, hatten wiederum eine höhere Depressionsrate. Eine sehr schöne Studie, die besagt, dass man sich nicht zu streng und fanatisch an extreme Ernährungsvorlagen halten sollte, sondern eine durchschnittlich gesunde, abwechlsungsreiche Ernährung einhalten sollte. Übrigens waren keine der drei untersuchten Ernährungsformen vegan. Das Pro-Vegatarian-Dietary Pattern enthält auch Fisch-und Milchprodukte, wie auch die sehr empfohlene Mediterrane Diät Fisch-, Milch- und mageres Fleisch enthält. Nochmal Danke für den Hinweis, über Links zu neuen Hinweisen und Studien freue ich mich immer sehr. Zitat der Studie: "Moderate adherence (but not always the highest level of adherence) to diet quality scores showed the strongest inverse association with depression. It could be speculated that some psychological elements of neurotic or obsessive traits present in some participants classified in the highest category of dietary adherence may contribute to the observed plateau reached at moderate adherence."
  • Marion vor 1 Jahr
    Dr. Zitzmann hat ja schon in seinem Beitrag zur "natürlichen Ernährung" (finde ich leider nicht mehr) klargestellt, dass für ihn ohne Fleisch nichts geht. Auch ich finde diesen Beitrag ziemlich einseitig, zumal inzwischen durch zahlreiche Studien und lebende Beispiele zweifelsfrei bewiesen wurde, dass eine ausgewogene, rein pflanzliche Ernährung nicht nur gesund ist, sondern damit auch große sportliche Leistungen möglich sind. Klar sind damit nicht die Pudding-Veganer gemeint, die ähnlich ungesund leben wie fleischessende Fast Food-Junkies. Und wie meistens in der Wissenschaft, gibt es hier eine Langzeitstudie, die besagt, dass eine fleischarme bzw. -freie Ernährung Depressionen vorbeugen kann. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4573281/ In der oben genannten Studie waren übrigens überhaupt nur 3,6% der Teilnehmer Vegetarier. Ziemlich dünn für diese reißerische Überschrift, zumal ja nach Aussage der Wissenschaftler auch nicht klar ist, ob die höhere Rate an Depressionen an der Ernährungsweise oder an z. B. Zink- oder Eisenmangel lag.
  • Vivian N. vor 1 Jahr
    Dr. Zitzmann fiel mir in diesem / seinem Blog schon mehrfach durch seine krasse Ablehnung Vegetariern/Veganern gegenüber auf. Leider ist er der alleinige Schreiber. Bedauerlich dass die persönliche, einseitige Meinung nicht etwas in den Hintergrund gestellt werden kann.
  • Britta Maria vor 1 Jahr
    Ich schließe mich dem ersten Kommentar vollkommen an. Solche Berichte sind vollkommen einseitig. Das Tier aus der Massentierhaltung hat also völlig gesundes Fleisch und die Schwingung aus dieser Haltung, Fütterung per Genfood, Schlachtung bei nicht ausreichender Betäubung – um nur einige Aspekte zu nennen. Das alles hat natürlich keinerlei Einfluss auf die Qualität des Fleisches und den Fleisch-Esser an sich, der dabei vernügt und gesund bleibt. Wer das nur glauben kann!!!! Gehts noch?
  • Vanessa Kaiser vor 1 Jahr
    Vielleicht spielt auch der Umstand eine Rolle, dass sich viele Vegetarier und Veganer intensiv mit der Herkunft unserer Lebensmittel auseinandersetzen, was auch sehr niederschmetternd sein kann. Wenn man einmal ins Bewußtsein dringen lässt, was in unseren Ställen so vor sich geht ( und zwar nicht nur bei der Fleischproduktion, sondern auch bei Legehennen und Kühen), dann kann sich das Weltbild schon verändern. Ich habe das Gefühl, dass sich völlig unkritisch konsumierende Leute generell leichter durchs Leben bewegen. Ist ja auch viel einfacher, sich keine Gedanken darüber zu machen, wo das Würstchen, das Ei oder der Pelzkragen herkommen und was andere Lebewesen für die Herstellung erleiden mussten.
  • Sylvia vor 1 Jahr
    Ich stimme meiner Namensvetterin absolut zu. Ich denke unsere großes Problem heutzutage sind die vielen "Fertigprodukte" wo man zwar Haltbarmacher findet, aber die Nährstoffe mit der Lupe suchen muss. Seit ich ganz gezielt wegen meiner Krankheit kontrolliere, was ich an "Nährstoffen" wirklich zu mir nehme ist mir schnell klar geworden, dass wir einen gesunden Mix benötigen und ich bei einigen Dingen, auch wegen der Krankengeschichte einen erhöhten Bedarf habe, der nicht allein durch Nahrung gedeckt werden kann. In der heutigen, meist sehr hetzigen Zeit nehmen wir uns aber für solche Dinge kaum oder viel zu spät wirklich Zeit. Es lohnt sich aber, sich damit auseinander zu setzen und auch mal einen Check machen zu lassen, um zu wissen, was der Körper benötigt. Meine eigene Erfahrung damals, zeigt, dass der Körper uns sehr deutlich macht, wenn er etwas benötigt, um gesund zu bleiben. Wir sollten da mal ganz bewusst auf ihn hören.
  • Sylke vor 1 Jahr
    Dem Beitrag von Sylvia Egger schließe ich mich voll und ganz an.
  • Sylvia vor 1 Jahr
    ich finde es ein bischen einseitig berichtet. Nicht jeder Vegetarierer oder Veganer hat eine Mangelernährung, nicht jeder Fleischesser ist mit allen Nährstoffen versorgt, Ich fände es besser, wenn darauf hingewiesen würde, dass wir alle uns mit der Nahrung beshäftigen müssen und sich jeder einseitig ernähren kann. Egal was gegessen wird.

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