Zucker macht Leberverfettung

  • Von Dr. Volker Zitzmann
  • 06. Januar 2017
  • Letzte Änderung: 06. November 2018
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Wenn die Leber verfettet sieht es schlecht um unseren Stoffwechsel aus. Leberverfettung wird für viele Erkrankungen verantwortlich gemacht. Die NAFL, nicht-alkoholische Fettleber, gilt als neue Volkskrankheit und großes Gesundheitsproblem. Haben wir schon drüber berichtet. Was sehe ich da auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein über die totale parenterale Ernährung:

„Leberverfettung und Cholestase durch Glucose-Monotherapie und „Sparen“ bei der Zufuhr von Fetten (empfohlen mindestens 30 Prozent des gesamten Energiebedarfs). Gerade vermeintlich günstige Anbieter sparen häufig an den kostspieligen Fett-Lösungen.“(1)

Leberverfettung durch Glucose-Monotherapie und sparen an Fetten. Eine seit langem bekannte Tatsache. Fette machen keine Fettleber. Es ist die Glucose, der Zucker. Seit langem bekannt, aber wussten Sie es? Weiß es Ihr Hausarzt? Haben wir schon berichtet, die Fettleber verursacht man schon bei Gänsen durch reine Kohlenhydrat-Ernährung = Gänsestopfleber. Ist beim Menschen nicht anders. Glucose = Zucker = Kohlenhydrate lassen schnellstens die Leber verfetten. Noch schlimmer ist die Fruktose. Besonders reichlich in Getränken vorhanden. Fruktose wird in der Leber direkt zu Fett verstoffwechselt und gleich dort gespeichert (2). Auch die Gicht (Harnsäureerhöhung) wird durch Fruktose mitverursacht (3). Fruktose macht also richtig krank. Wurde doch jahrelang den armen Diabetikern Fruktose als harmloses Süssungsmittel angedreht. Schnellster Weg zur Leberverfettung. Das Thema ist zum Glück Geschichte (5). Trotzdem ist die Fettleber weiter im Kommen. Da sucht gerade die Pharmaindustrie auf Hochtouren ein Medikament dagegen. Würde sich millionenfach verkaufen. Volkskrankheit. Sehr, sehr lukrativ. Schon verrückt, da wird man von der Nahrungsmittelindustrie mit Fruktose vergiftet, kommt die nächste Industrie und sucht ein Medikament dagegen. Dabei kann man es viel einfacher haben. Nämlich die einfachste Therapie der Welt: weniger Kohlenhydrate. Und vor allem: keine Süßgetränke, Säfte, etc.
1 Liter Apfelschorle enthält 60 Gramm Fruchtzucker. Ein Apfel nur 6 Gramm. 1 Liter Apfelschorle ist so, als würde man 10 Äpfel essen. Wer schafft das? Aber 1 Liter Apfelschorle an einem heißen Sommertag geht schnell. Daher mit das schlimmste, was man seiner Leber antun kann. Sollte eigentlich auf der Flasche als Warnhinweis stehen. Wenn sogar das Bundesinstitut für Risikobewertung das sagt (5, sollte man durchaus mal lesen). Aber wir wissen es ja. Brauchen keinen Aufdruck auf der Flasche. Einfach die Fruktose und am besten alle Kohlenhydrate reduzieren.

So einfach kann Gesundheit sein. Sie ist nicht kompliziert. Man braucht keine Drohungen von der Industrie, "nimm deine Medikamente“, man braucht keine Drohungen vom Hausarzt: "Sie haben Fettleber, Ihr Cholesterin ist zu hoch. Nehmen Sie mal ab." Abnehmen. Als ob das so einfach wäre, gerade bei Fettleber und Insulinresistenz kaum machbar. Nicht jedenfalls durch weniger Fette. Oder einfach weniger Essen. Aber es geht eben doch, nämlich durch weniger Kohlenhydrate. Und Bewegung: den Zucker am besten gleich verbrennen. Dann entfettet die Leber, der Stoffwechsel wird normal und das Abnehmen klappt.

Zu hohe Blutfette (Cholesterin, Triglyceride) kommen durch eine Leberverfettung. Ist der Cholesterinspiegel zu hoch, muss man die Kohlenhydratzufuhr bremsen. Dann werden auch die Blutfette wieder normal. Ganz wichtig: Eiweißmangel macht auch Fettleber. Daher ganz wichtig: genug Eiweiß zu sich nehmen. Da sind wir wieder mal bei Eiweiß und Bewegung angelangt. Die Basis. Und ganz kostenlos bekommt man auch noch Gesundheit und Wohlbefinden mit dazu. Gesundheit kann so einfach sein. Das ist Frohmedizin.

 

 
  1. https://www.kvno.de/10praxis/40verordnungen/20heilmittel/a_z/parenteral/index.html
  2. Dig Dis Sci. 2016 Feb 8. [Epub ahead of print] Role of Dietary Fructose and Hepatic De Novo Lipogenesis in Fatty Liver Disease. Softic S1,2, Cohen DE3, Kahn CR4. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26856717
  3. BMJ. 2008 Feb 9;336(7639):309-12. doi: 10.1136/bmj.39449.819271.BE. Epub 2008 Jan 31.Soft drinks, fructose consumption, and the risk of gout in men: prospective cohort study.Choi HK1, Curhan G. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18244959?dopt=Abstract
  4. Dietary Sugars Stimulate Fatty AcidSynthesis in Adults1–3Elizabeth J. Parks4,*, Lauren E. Skokan5, Maureen T. Timlin6, and Carlus S. Dingfelder6; http://jn.nutrition.org/content/138/6/1039.abstract?maxtoshow=&HITS=10&hits=10&RESULTFORMAT=&author1=parks&fulltext=fructose&searchid=1&FIRSTINDEX=0&sortspec=relevance&resourcetype=HWCIT
  5. http://www.bfr.bund.de/cm/343/erhoehte_aufnahme_von_fruktose_ist_fuer_diabetiker_nicht_empfehlenswert.pdf
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