Aminosäuren u.a. gegen Osteoporose

Die Osteoporose (Knochenschwund) kommt immer häufiger vor. Bei Osteoporose wird der Knochen weicher, weniger belastbar, bricht schneller, manchmal sogar spontan, das heißt ohne Sturz oder Unfall. Einfach so. Hauptsächlich ältere Menschen sind betroffen, zunehmend aber auch junge Menschen. Wirklich sehr unangenehm diese Erkrankung. Ständig in Angst zu leben, es könnte einfach so der nächste Knochen wieder brechen. Osteoporose kann man behandeln. Mit Medikamenten. Leider sehr begrenzt. 3 Jahre Therapie mit Biphosphonaten steigert die Knochendichte (BMD) im Bereich von 2-5% (das Knochenbruchrisiko sinkt um 30-40%). Aber wie fast immer: an erster Stelle stehen Bewegung, Krafttraining und Ernährung. Das ist die Basis. Die Basis der Therapie. Und der wichtigste Baustein der Therapie. Und was ist besser als jede Therapie? Ja, die Prophylaxe. Und auch hier ist das Krafttraining, Sport, Bewegung und Ernährung der erfolgreichste Baustein.

Krafttraining steht in den Leitlinien zur Osteoporose-Therapie an erster Stelle. Krafttraining führt zu einer Stärkung der Knochen. Die Muskeln wachsen. Wachstumshormone werden durch Krafttraining ausgeschüttet. Wachstumshormone lassen auch und vor allem die Knochen wachsen. Krafttraining hilft also mehrfach. Auf verschiedene Arten.

Ebenso ein Bestandteil der Basistherapie ist die Ernährung. Hier steht an erster Stelle das Vitamin D, ebenfalls in den Leitlinien erwähnt. 1000-2000 I.E. pro Tag sind empfehlenswert, wichtiger aber der Blutspiegel von Vitamin D. Auch Calcium ist in den Leitlinien. 800-1200 mg pro Tag.

Was aber gerne vergessen wird: Magnesium ist genauso wichtig für die Knochen. 400mg pro Tag sind notwendig. Neuerdings wurde auch das Vitamin K für den Knochen entdeckt. Insbesondere das Vitamin K2 (Metachinon).

Was noch häufiger vergessen wird als Magnesium und Vitamin K2, sind die Aminosäuren. Unsere Knochen bestehen aus einem Kollagengerüst. Kollagen besteht aus Aminosäureketten, also Eiweiß.

Ohne Bausubstanz kein Gerüst. Das ist schon beim Hausbau so. Und nicht viel anders beim Menschen. Die Bausubstanz ist Eiweiß, also Aminosäuren. Und eine Studie bestätigt auch die Relevanz in der Praxis. In einer Studie (s.u.) konnte gezeigt werden, dass die Personen, die mehr spezielle Aminosäuren zu sich nahmen, auch eine bessere Knochendichte und weniger Osteoporose aufweisen. Vitamin C ist für die Kollagenbildung notwendig (unser Kochengerüst), Zink für die Proteinherstellung, usw. Auch ist Homocystein (darüber haben wir schon mal berichtet) mit einem erhöhten Osteoporoserisiko assoziiert. Vitamin B12 und Folsäure senken das Homocystein. Daher sind auch diese beiden Vitamine gegen die Osteoporose wichtig. Ich könnte noch stundenlang darüber weiterschreiben, aber ich will ja niemanden langweilen. Denn das sind alles essentielle Nahrungsmittel, die wir brauchen damit der Knochen (und viele andere Organe, also eigentlich alles) gesund und stabil bleiben kann. Kurz gesagt, was hilft also vor und gegen Osteoporose:

  • Bewegung/Krafttraining
  • Vitamin D
  • Calcium, Magnesium, Vitamin K2, Vitamin C, Zink, u.a. : Nahrung(-sergänzungsmittel =NEM)
  • Aminosäuren/Eiweiß

Das ist die Basis. Das gehört immer dazu. Und erst dann, wenn das nicht ausreicht, kommen die Medikamente. Und auch dann nur in Zusammenhang mit der Basis. Viele nehmen leider immer nur gleich das Sahnehäubchen. Ärzte wie Patienten. Und behandeln nur mit Medikamenten. Das ist aber nur noch ein kleines bisschen extra. Der Tropfen auf dem heißen Stein. Erstmal den Stein kühlen, sonst nutzt der einzelne Tropfen leider überhaupt nichts. Das gilt für fast ALLE Erkrankungen. Und dann, und nur dann, können Medikamente manchmal sinnvoll und nützlich sein. Wenn man die Basis beachtet, also Bewegung und Ernährung (Nahrungsergänzungsmittel). Bewegung und Ernährung (+NEM) sind 90%, manchmal 99% und meistens 100% Anteil am Gesundwerden. Und nur selten sind die letzten paar Prozente das ein oder andere pharmazeutische Medikament.

Literatur:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26334651

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24176761

http://www.dv-osteologie.org/uploads/Leitlinie%202014/DVO-Leitlinie%20Osteoporose%202014%20Kitteltaschenversion%2015.12.2014.pdf

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24728877

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15883457

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26321585

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18690918
Über den Autor
Dr. Volker Zitzmann

3 Kommentare
  • Karin S. vor 4 Monaten
    Danke!
  • Ursula H. vor 2 Jahren
    Vielen Dank für die Beratung. Es bleibt noch darauf hinzuweisen, dass die Bisphosphonate erhebliche Nebenwirkungen haben, besonders was die Zähne betrifft. Mein Zahnarzt hat mir total davon abgeraten, sodass ich es mit den o.a. Vorschlägen versuche, d.h. Ernährung und Bewegung. Ich vertraue da besonders auch auf mein tägliches Bellicon-Training. Bis jetzt funktioniert das sehr gut, und ich kann das als Empfehlung weitergeben.
  • Sylvia vor 2 Jahren
    WOW, ganz viel Input, den ich gerade aufgrund der Diagnose aufsauge. Danke auch für die Ursprungslinks - so erspar ich mir das Suchen. Super interessant, für mich als Frau ist natürlich die postmenopausale osteoporosis. Ganz großes Danke für das Background!

https://pur-life.net/api

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